Eigene Blödheit

Es gibt Tage, da muss ich echt an meiner Selbstdisziplin arbeiten. Damit meine ich noch nicht mal die alltäglich zu meisternden Muss-Aufgaben. Klar, ich bin auch nur ein Mensch und als solcher weit entfernt davon, perfekt zu sein. Doch wenn man mal etwas vergisst, wie morgens auf dem Weg nach draußen den Müll mit runter zu nehmen und man das dann Abends, wenn man eigentlich nur noch aufs Sofa will, nachholen muss, fährt man am besten damit, den Blick fürs Weite zu zeigen. Nur nicht ins Bockshorn jagen lassen.

Am meisten kommt die Selbstdisziplin – oder besser der Mangel daran – mir in die Quere, wenn ich anderen was Gutes tun möchte. Ich freue mich dann so auf die (hoffentlich) große Freude der anderen, dass ich es irgendwann nicht mehr aushalten kann. Als Folge stelle ich irgendetwas an, mit dem ich die Überraschung sabotiere und mich selbst zur kürzesten Verbindung zwischen zwei Fettnäpfchen mache.

So geschehen gestern: Weiterlesen

Kaffeepausenthese

Es ist Montag, ich sitze auf meinem Balkon, habe eine Tasse Kaffee in der Hand und genieße den endlich eingetroffenen Frühling. Ich merke, dass ich so gar keine Lust habe, mich für länger an den Schreibtisch zu setzen. Der Bregenkasten (für die Nicht-Plattdeutschen: das Gehirn) ist trotzdem in Betrieb: Weiterlesen

Der tapfere kleine Weihnachtsbaum

Lachen und Weinen liegen so oft dicht beieinander, und gerade jetzt die letzten Tage sind eine absolute Achterbahnfahrt. Nach den Ereignissen bei uns in den letzten Wochen brauche ich mich kaum wohl darüber zu wundern, dass ich Weiterlesen

Dreißig Jahre neues Leben

Sie galt für viele bereits als verloren. Ihre Rettung kam fast schon zu spät. Sie war in keinem guten Zustand. Sie schaffte nicht mal die Reise in ihre neue alte Heimat, zu schwach war sie für die letzten hundert Kilometer. So kurz vor dem Ziel doch das Ende…? Weiterlesen

’ne schöne Tasse Kaffee… Betonung auf „schön“

Kaffee!

In den 70ern und 80ern eines der untrüglichen Anzeichen funktionierender spießbürgerlicher Idylle und trotz bereits erfolgtem Wirtschaftswunder streng rationiert. Morgens zum Frühstück eine, höchstens zwei Tassen, dasselbe nochmal nachmittags zwischen eins und vier, je nachdem, ob der Vater gerade Früh- oder Mittagsschicht hatte. Weiterlesen

De-nein vu-Erlebnis

ABBA sangen vom Geschichtsbuch im Bücherregal, man spricht bisweilen von Kismet, und wer mit dem vorgenannten Wort eher einen Katzennamen verbindet, dürfte eventuell die Vokabel Déjà vu verwenden, wenn er von Ereignissen spricht, die sich wie ein Ei dem anderen gleichen. Das Leben spielt quasi Weiterlesen

Bruch mit Zwieback

Bi uns op’n Dörp liebt man klare Worte. Kein Vorstandsetagensprech, worauf man sich „committen“ will – man nennt die Dinge beim Namen. Ähnlich schnörkellos Weiterlesen

Häppchenweise

Moin!

Nach einiger Zeit Pause gibt es heute wieder einmal einen Blogpost, der nicht als langer Text, sondern quasi wie ein Tablett von hors d’œuvres mit kleinen Appetithäppchen daherkommt. Voilà: Weiterlesen

Tatort Waschküche

„Hausarbeit kann dich nicht umbringen, aber warum was riskieren?“*

Die US-Komödiantin Phyllis Diller hat in ihrer Karriere manch gute Pointe platziert. Aber mit dieser liegt sie völlig daneben. Haushalt kann einen sehr wohl Weiterlesen

Man gönnt sich ja sonst nichts

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Erinnert sich noch jemand an die guten alten Butterschiffe? Das waren meist alte Seebäderdampfer, die ursprünglich als schwimmende Reisebusse erbaut worden waren, um Sommerfrischler zu ihren Zielen an Nord- und Ostsee zu bringen. Später hat man dann einen Salon an Bord zum Supermarkt umgebaut, in dem es zollbefreit Alkohol, Kaffee und die namensgebende Butter zu erwerben gab. Die Gänge waren so schmal, dass die Kunden nur im Gänsemarsch durchgeschleust werden konnten und man mehr als einmal versucht war, sich zu seinem Hintermann umzudrehen, um ihm vertraulich-verführerisch zuzuraunen: „Wenn du noch näherkommen willst, Schätzchen, ziehste aber vorher bitte ’n Kondom über, hm?“

In unserem Quartier gibt es einen Supermarkt, der in einigen Ecken an diese Zeiten zurückerinnert, und wenn man es eilig hat, ist es bisweilen etwas nervig, dass man sich nach dem Tempo der Kunden vor einem zu richten hat, bis der nächste Quergang die Flucht ermöglicht. Manchmal bietet es aber auch faszinierende Studien der menschlichen Natur.

Gestern musste ich in der Gemüseabteilung hinter einem Studentenpärchen hertrippeln, das sich sehr über die Warenpräsentation echauffierte. „Schau mal – Äpfel in Plastiktüten, um Gottes Willen!“ – „Sergio, hast du das gesehen? Keine Biomilch in Pfandflaschen!“ – „Das Fleisch nicht in Recycling-Pergament! Und fair gehandelt ist es auch nicht!“ – „Der Laden ist eine einzige Umweltsauerei, Katrin! Wenn wir es nicht so eilig hätten, um pünktlich zum Salsa zu kommen, würde ich sagen, wir lassen das und gehen in unseren Bioladen!“

So ging das fast zehn Minuten, bis ich endlich türmen konnte.

An der Kasse hatte ich die beiden wieder vor mir.   Sie hatten drei Strangen Porree (immerhin mit einer Hanfstrippe zusammengebunden) und zwei Gurken im Einkaufswagen. Offenbar die einzigen Waren, die Gnade vor ihrem politisch korrekten Gewissen gefunden hatten.

Ach ja, und Kaffee hatten sie gekauft.

In Alukapseln.

Häppchenweise

Moin!

Zum Start ins Wochenende wieder ein paar Häppchen aus dieser verrückten Sache, die sich Leben nennt.

Nerv-Happen

Die neue Radio-Reklame für Black Forest Mineralwasser mit der plumpen Forrest Gump-Anleihe ist so penetrant nervtötend, dass man sich schon fast freuen würde, wenn stattdessen Seitenbacher käme…

Zitat-Happen

Ich will nicht sagen, dass ich viel Kaffee trinke, aber kolumbianische Bauern haben ein Foto von mir im Portemonnaie. (aus dem Web)

Schreckens-Happen

Aufdruck auf der Tee-Schachtel: „…mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen und mindestens 8 Minuten ziehen lassen! Nur so erhalten Sie ein sicheres Lebensmittel!“ Langsam traut man sich ja gar nicht mehr, noch irgendetwas zu essen oder zu trinken. Was passiert, wenn ich den Beutel schon nach 7 1/2 rausnehme? Kommt dann die leichte Note von Schierling, Belladonna und Fingerhut durch, oder was? Man kann es mit den Warnhinweisen auch übertreiben!

Literatur-Happen

Schon seit einer Woche geplant, aber erst heute Gelegenheit dazu, es umzusetzen (die Autobiographie von Dame Vera Lynn hatte sich noch dazwischengemogelt): Beginn der kompletten DCI Banks-Serie von Peter Robinson, Roman 1 von insgesamt 22. Ich mag diesen Schnüffler einfach. Spannende, abwechslungsreiche Plots und eine glaubhafte Entwicklung über die Jahre beim Hauptcharakter sowie ein wechselndes Ensemble von Nebencharakteren, die dem natürlichen Lauf von Beförderungen und sich wandelnden Lebensplänen folgend in der Serie auftauchen und wieder verschwinden. Für mich aus Laiensicht die glaubwürdigste Darstellung von Polizeiarbeit in den Yorkshire Dales.

Musik-Happen

Heute gibt’s mal wieder einen Vinylabend auf dem Fußboden vor Schwiegeropas alter Musiktruhe, natürlich mit ’nem Gläschen Wein. Auf dem Programm: Jazz-EPs von Count Basie über Ella Fitzgerald und Satchmo bis Caterina Valente. Vielleicht werde ich auch noch ein paar Schellacks von Billie Holiday und Glenn Miller spielen.

Freuden-Happen

Seit sage und schreibe sechs Wochen blüht unsere Orchidee Horst-Kevin (bei uns haben alle Blumen Namen) und denkt gar nicht damit aufzuhören.

Glücks-Happen

Spinnen bringen bekanntlich Glück, und darum wird bei uns nie eine beseitigt, allenfalls umgesiedelt. Aber Thekla (man kennt ja seine Biene Maja) hat den ganzen Sommer über so schön die Wespen aus unserer Küche gehalten, dass sie ihr Single-Apartment vor unserem Fenster behalten darf. Und beide Seiten sind glücklich.

Futter-Happen

Rohe Kohlrabi auf frisch gebackenem Brot zum Abendessen. Ik frei mi nu schon…

Foto-Happen

Ausbesserungsarbeiten an der Queen Mary 2. Es gibt Jobs, die man nicht unbedingt selber ausüben möchte…

Schönes Wochenende!