Denn im Wald, da sind die Räuber

Waldspaziergänge gehören zu den Dingen, zu denen man in verschiedenen Phasen seines Lebens ein jeweils anderes Verhältnis hat.

Als lütter Buttscher im Kindergarten- und frühen Schulalter ist der Waldspaziergang mit den Altvorderen ein spannendes Unterfangen, bei dem es Abenteuer zu bestehen gibt oder man es mit wilden Tieren zu tun hat. Nach einem Waldspaziergang mit meiner Großmutter nahe der Steilküste von Dahme war ich als ungefähr Fünfjähriger jedenfalls fest davon überzeugt, dass das Rascheln im Laub ein paar Meter abseits des Weges von einer Schlange gekommen sein musste – mindestens eine Kreuzotter! Wahrscheinlich war es allenfalls eine Blindschleiche oder sogar nur ein Frosch, aber davon hätte es sich bei der Rückkehr in die Ferienwohnung dem gespannt lauschenden Auditorium aus Eltern, Großvater und Hausverwalterin längst nicht so atemlos-aufgeregt berichten lassen. Weiterlesen

Blitz-Metamorphose

Über den Winter nimmt man erfahrungsgemäß auch als regelmäßig Sport treibender Mensch ein bisschen zu. Das Wetter ist halt nicht so gut, und die Stammpiste ist meist zur Hälfte unbenutzbar, es sei denn, man fühlt sich dazu berufen, Weiterlesen

Fehlkonstruktion

Mal ehrlich – wenn Mutter Natur ihre Erfindung „Mensch“ vor der Serienproduktion von irgendeiner Kommission hätte abnehmen lassen müssen, wäre sie doch mit Pauken und Trompeten durchgerasselt. Es gibt so vieles an dieser Konstruktion, das schlechter geplant ist als der Berliner Flughafen.

Die Haare auf Armen und Beinen etwa brauchen wir nun nicht wirklich mehr zum Überleben, aber sie wachsen unser ganzes Leben lang. Wenn hingegen der zweite Satz Zähne weg ist, isser weg.

Futsch.

Wir können innerhalb von einem Tag zwei Kilo zunehmen, sie wieder loszuwerden, dauert hingegen einen Monat.

Mindestens.

Nicht zu vergessen die Körperteile, die im umgekehrten Verhältnis von Beanspruchung zu Fragilität vor bösen Begegnungen geschützt sind: Wenn  wir uns im engen Kellergang den Arsch Pöter an einem Fahrradlenker stoßen, grunzen wir höchstens ein leicht genervtes „Mist“. Stoßen wir uns jedoch den kleinen Zeh an einer hervorstehenden Kante, können wir das Hohe C besser jodeln als Montserrat Caballé. So wie ich gerade nach dem Jogging beim Einstieg in die Dusche.

Erwähnte ich, dass ich die Erfindung „Mensch“ in einigen Teilen für ziemlich schlecht geplant halte?

Schönen Montag!