Vincent und die Schumanns

Manchmal sind es Trivialitäten, die einen dazu veranlassen, sich mit gewissen Punkten seiner eigenen Biographie zu beschäftigen. Vorgestern bin ich bei Facebook in einen Thread über die Fernsehserie Ich heirate eine Familie gestolpert. Für alle, die es nicht kennen oder ihre Erinnerung auffrischen müssen: Ganz stark durch den Zufall und ein bisschen durch ihre Freundin Bille wird die geschiedene Angi Graf mit dem Werbefachmann Werner Schumann verkuppelt. Was er nicht ahnt – Weiterlesen

Zu Risiken und Nebenwirkungen…

Hunde und Katzen gehen in den Fellwechsel, unsere Piepmätze durchleben die Mauser, manch eine Schlange findet es zum Aus-der-Haut-fahren. Der bevorstehende Lenz zeigt sich nicht nur an Bäumen und anderem Grünzeug, auch wir kreuchenden und fleuchenden Lebewesen haben unsere ganz eigenen Signale.

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Blick zurück in Zuversicht

Es heißt doch, je älter man wird, desto mehr besinnt man sich auf die Kindheit zurück. Aus eigener, unlängst gemachter Erfahrung kann ich dazu nur eins sagen:

Stimmt.

Vor ein paar Tagen habe ich nämlich meinem Mann den Rücken mit einer Salbe eingerieben und kam mir angesichts des dem schmerzlindernden Balsam entströmenden Odeurs plötzlich wieder vor wie vor *nuschelnuschel*-zig Jahren in der Grundschule: Weiterlesen

Frühling, Sommer, Herbst und Winter

Nee, was fliegt die Zeit vorbei. Mir kommt es vor, als wäre es erst gestern gewesen, dass ich die ersten Maiglöckchen geplückt habe, und jetzt sind schon wieder die ersten Türen der Adventskalender geöffnet. Nicht mehr lange und wir sind durch mit dem Jahr. Manche Dinge bleiben wie immer – Muttertag ist am zweiten Sonntag im Mai, Heiligabend ist am vierundzwanzigsten Dezember und so weiter. Es gibt aber auch ziemlich viel, das sich ändert. Beim Menschlichen, zum Beispiel: Alte Menschen gehen, Säuglinge werden geboren.

A propos alt und jung. Weiterlesen

Freuhling, Sommer, Harvst un Winter

Nee, wat fleegt de Tiet vörbi. Mi kummt dat vor as weer dat jüst gistern weesen, datt ik de ersten Maiglöckchen plückt heff, un nu sünd al wedder de eerten Döörn vun’n Adventskalender open. Nich mehr lang un wi sünd dör mit dat Johr. Mannige Saken blieven as jümmers – Mudderdog is an’n tweeten Sünndag in’n Mai, Hilligobend is an’n veeruntwinnigsten Dezember un so wieter. Dat giff ober ook bannig veel, dat sik ännert. Bi’t Minschliche, to’n Bispeel: Ole Lüüd geihn, jung Tittkinners weern born.

A propos ol un jung. Weiterlesen

… ist eine Himmelsmacht

Zwanzig Jahre zusammen. Zehn Jahre verpartnert. Und seit dem 11. September auch verheiratet. Mit einer kleinen Zeremonie haben mein Mann und ich nicht bloß unsere Eingetragene Partnerschaft endlich eine echte Ehe umgewandelt, wir haben uns auch nochmal richtig das Ja-Wort gegeben. Wir wollten aller Welt noch einmal zeigen, dass wir zusammengehören und wir das nicht bereuen, soviel Zeit miteinander erlebt zu haben.

Hat sich was verändert? Weiterlesen

… is een Himmelsmacht

Twintig Johrn tosomen. Teihn Johrn verpartnert. Un siet ’n 11. September ook verheiradet. Mit’n lütte Zeremonie hebben mien Mann un ik nich blots unsere Inschrieven Partnerschap endlich in een echte Ehe ümwannelt, wi hebben uns ook nochmol richtig das Jo-Wort geven. Wi wüllt dat alle Welt nochmol wiesen, datt wi tohoopgehöörn un wi dat nicht bereut, so veel Tiet miteenanner beleevt hebben.

Hett sik wat verännert? Weiterlesen

It’s a kind of magic

Schwenkragout.

Im Duden ist dieses Wort nicht zu finden, Google kennt es nicht, Wikipedia hat es auch nicht im Bestand, und selbst das eigene Stadt-Wiki für unser Dorf „janz weit draußen“ hat kein Suchergebnisse ausgespuckt.  Echt selten, dass eine Spezialität der regionalen Küche so speziell ist, dass sie sich scheinbar nur auf den einzigen Schlachter im  Vorort vom Vorort eines Vorortes bezieht. Weiterlesen

Liebesgrüße aus Hamburg

Von Christian Morgenstern gibt es einen Spruch, dass das Erste, wonach Herr und Frau Müller fragen, wenn sie in den Himmel kommen, Postkarten sind. Zu seinen Lebzeiten ist das sicherlich so gewesen und auch noch lange Zeit danach. In meinen Kindertagen hat es keinen Urlaub gegeben, ohne dass wir unseren Daheimgebliebenen Unmengen von Postkarten geschrieben hätten: Weiterlesen

Leevetgrööten ut Hamborg

Vun Christian Morgenstern gifft dat een Spruch, datt dat erste, wono Herr un Froo Müller frogen, wenn se in’n Himmel kummen, Postkorten sünd. To sien Levtieten is dat sekerlich so weesen un ook lange Tiet dorno. In mien Kinnerdogens hett dat keen Urlaub geven ohne datt wi uns Dorheembleeven Unmengen vun Postkarten schrieven haarn: Weiterlesen

Jubiläum mit Hindernissen (hochdeutsch)

Zwanzig Jahre… Das ist dieser Tage so oder so eine Seltenheit geworden, dass zwei Menschenkinder so lange zusammen bleiben, aber bei zwei Mannsleuten ist das beinahe schon ein Fall für das Museum.

Tja, mein Mann und ich sind zwar nicht ins Museum gegangen, als wir neulich unser zwanzigstes Jubiläum gefeiert haben, aber wir sind an jenem sonnigen Sonntagmittag fein essen gegangen. Weiterlesen

Jubiläum mit Hinnernissens (op Platt)

Twintig Johrn… Dat is düsser Dogen so ode so ’n Seltenheit worrn, datt twee Minschenkinners so lang tosomen blieven, ober bi twee Mannslüüd is dat binoh schon ’n Fall föör’t Museum.

Tscha, mien Mann un ik sünd twors nich in’t Museum gangen, as wi annerendogs uns twintigstes Jubiläum fiert hebben, ober wi sünd an düssen sünnigen Sünndogmiddag fein eten gangen. Weiterlesen

Sie sind hier (hochdeutsch)

Kennt ihr alle diesen Film Poltergeist? Da gibt es doch diese Szene, in der das kleine Mädchen mit den blonden Haaren vor dem Fernseher sitzt und bloß auf den „Schnee“ auf der Mattscheibe starrt. Als ihre Eltern dazukommen, sagt sie mit so einer ganz entrückten Stimme: „Sie sind hier.“ Und dann fängt der Stress für diese Familie erst richtig an. Habt ihr das schon mal gesehen?

Schon Shakespeare hat gewusst: Weiterlesen

Toujours l’amour…

Kinners, ich sag euch eins: Als Mann eines Handwerkers hat man es in Sachen Romantik nicht immer leicht. Handwerker sind einfach zu nüchtern, zu pragmatisch, zu geradlinig für so etwas.

Erst gestern ist es wieder einmal geschehen. Weiterlesen

Klartext

„Russenpeitsche“ – diesen recht alten Ausdruck hört man dieser Tage öfter. Dass er in den letzten Jahren ein wenig in Vergessenheit geraten ist, hat zweifelsohne an einem Mangel an passender Situationen gelegen, ihn zu benutzen. Wobei ich mich immer automatisch an das angewiderte Gesicht meines Großonkels erinnern muss, wenn das Wort dann während meiner Kindheit in den 70ern und 80ern wirklich mal gefallen ist. Weiterlesen