Hausmusik

oder: Der unbeabsichtigten Vinyl-Trilogie letzter Teil

(Teil 1 findet sich übrigens hier, und Teil 2 ist hier nachzulesen)

 

„Bin ein Mann wie jeder Mann“ lassen Loewe und Lerner ihren Professor Higgins singen. Nun muss man nicht erst in eine Vorstellung von My Fair Lady gehen, um diese Phrase zu hören – wohl jedes männliche Wesen wird sie für sich beanspruchen. Bilde ich da eine Ausnahme? Weiterlesen

Hemdsärmelig

oder: O tempora, o mores

 

1987

Meine Mutter brauchte für einen festlichen Anlass eine neue Bluse. Also hat sie sich eine im Katalog des Versandhauses ihres Vertrauens ausgesucht. Nur sechs Häuser weiter von uns gab es ein Reisebüro, das auch eine Agentur des Versandhauses beherbergte. Auf dem Weg zum täglichen Einkauf gab sie dort en passant den Bestellzettel ab: Bestellnummer, Artikelbezeichnung, Größe, Preis.

Vier Tage später rief Frau Müller-Meier-Schulze-Schmidt (Name von der Redaktion geändert), die Besitzerin der Agentur, bei uns an: Weiterlesen

Labskaus, Aszendent Schreibmaschine

So wie die heutige Überschrift lautet in etwa für gewöhnlich die Antwort, wenn jemand versucht, mich in ein in ein Gespräch um im siebten Haus, zweiter Stock, dritte Tür links (bei Uranus klingeln) stehende Monde zu verwickeln und zunächst nach meinem eigenen Sternzeichen befragt. Leider kann ich mit Astrologie nicht wirklich was anfangen, und obwohl vun’t Dörp stammend, haben selbst Bauernregeln für mich allenfalls Unterhaltungswert: „Kotzt die Kuh auf deinen Knecht, war das Heu wohl ziemlich schlecht.“

Trotzdem habe ich mich gefreut, als ich vor einer ganzen Reihe von Jahren zu meinem… nein, nicht Vierzigsten, sondern Fünfunddreißigsten ein ausführliches Geburtshoroskop geschenkt bekam. Für eine möglichst korrekte Analyse meines kosmischen Ichs musste ich nicht nur meinen Geburtstag angeben, man wollte sogar die Geburtsstunde wissen und wo genau man meine Mutter von ihrem Übergepäck befreit hatte. Zum Glück reichte die postalische Adresse des Krankenhauses völlig aus, war ich doch damals viel zu sehr dem ersten Schrei an sich beschäftigt gewesen um mir auch noch merken zu können, ob ich selbigen nun hinter Tor im Kreißsaal 1, 2 oder 3 getan hatte. Weiterlesen

Drei Zwiebeln für die Märchenbraut

Woran merkt man dass sich das Jahr dem Ende zuneigt? Da hat wahrscheinlich jeder von uns seine eigene Wahrnehmung. Doch es gibt zwei Dinge, die wohl mehr Leute zusammenbringen als das Wir-Gefühl bei der Fußball-WM 2006. Weiterlesen

Ein gemütlicher Abend

Die nicht-platten Leser haben bestimmt schon drauf gewartet – heute gibt’s die hochdeutsche Übersetzung des plattdeutschen Artikels vom letzten Montag. Viel Spaß damit! Weiterlesen

Een kommodigen Obend

Sünnobend, 03.09.2016 – meist Klock söben

Nu is de Sommer al doch no in de Pampuschen kamen. Ofschoon dat intwüschen to de Tagesschau-Tiet al wedder met de Schummeree losgeiht, is dat al foken so worm, datt een ook no Middernacht in Weiterlesen

Meine Milch und das Spiel um einen Thron

Moin! Vorgestern war mal wieder Plattdüütschtag hier im Blog – folglich gibt’s heute die Übersetung für alle Nicht-Platten. Viel Vergnügen! Weiterlesen

Mien Melk un dat Speel um een Thron

Moin! Es wird mal wieder Zeit für den allmonatlichen Beitrag op Platt – die hochdeutsche Übersetzung wird wie immer in Kürze nachgereicht. Viel Spaß beim Lesen! Weiterlesen

Spuki, das Schreckgespenst

Der Hörspielmarkt boomt wie nie. Es ist schwer, bei den vielen Neuveröffentlichungen den Überblick zu behalten. Die älteren Schätze möchte man zudem auch nicht aus den Ohren verlieren. Darum richte ich in der Rubrik Rezensionen am liebsten den Blick und das Ohr auf Dinge, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben, um sie ein bisschen vor dem Vergessen zu bewahren. Heute etwa auf Weiterlesen

Ganz besondere Geschenke

Bekanntermaßen habe ich ein Faible für „richtiges“ Kochen (sprich: alles frisch, keine Fertigprodukte), was sich auch auf die passenden Utensilien überträgt. Daher war die Begeisterung groß, als ich gestern bei einem guten Freund zum Kaffee eingeladen war und gleich bei meiner Ankunft einen herrlichen Weiterlesen

Die Sache mit der Nostalgie

„Du kannst mir über den Kopf wachsen, aber nicht über die Hand!“ Diese klassischen Worte kann wohl jede Mutter mit dem selben beeindruckenden Pathos deklamieren, mit dem Scarlett O’Hara dereinst gelobte: Weiterlesen

Berliner Luft, Luft, Luft

Gestern war bekanntlich Feiertag. Das Wetter war ein bisschen zu trübe (genauer: es hat in einer Tour gepladdert) für Outdoor-Aktivitäten, also habe ich es mir mit meinem Mann zuhause kommodig gemacht. Wir haben unsere Nachbarin eingeladen, zusammen Waffeln gebacken, Kaffee getrunken, ausgiebig geschnackt und gelacht. Dabei lief die ein oder andere Vinylplatte aus meiner umfangreichen Sammlung. Darunter war auch eine besondere Spezialität, nämlich eine Platte mit Alt-Berliner Liedern aus… Australien!

Ich weiß wirklich nicht mehr, wie diese weitgereiste Platte in meine Sammlung gelangt ist, aber ich mag sie sehr, obwohl doch eine Platte mit Alt-Hamburger Liedern viel besser zu mir passen würde.

Vielleicht liegt es an der Unbekümmertheit und dem Optimismus – nicht nur aus der Zeit von 1900 bis 1930, als die meist von Paul Lincke und Willi Kollo komponierten Lieder entstanden sind. Auch die 1960 entstandenen Aufnahmen dieser Platte mit der anmutigen Sopranistin Ilse Hübener, mit dem voll Altersabgeklärtheit und trotzdem gar nicht leise singenden Bruno Fritz oder mit der durch ihre Songs förmlich ausgelassen tobenden Brigitte Mira strahlen jene Unverwüstlichkeit aus, für die Berlin gerade in der Ära der Kollo-Musikrevuen und der von Originalen wie Harald Juhnke bewundert wurde.

Ist die Platte hoffnungslos altmodisch? Und wie! Aber: Wenn du etwas hörst, das dir gefällt – analysiere es nicht. Sing einfach mit!