Valentinstag

Mein Mann und ich gehören nicht wirklich zu jenen, die um dem Valentinstag ein besonderes Geschiss machen. Warum auch? Jedes „Guten Morgen, Schatz“, jedes „Pass auf dich auf“, jedes „Komm, ich nehm dir die schwere Einkaufstasche ab“ sagt so viel mehr als der Strauß Blumen oder die Schachtel Pralinen am 14. Februar.

Am nächsten bin ich einem Valentinstagsgeschenk für meinen Mann gekommen, als ich ihm in unserem ersten oder zweiten Jahr zusammen den Gefallen getan habe,

Weiterlesen

Frühling, Sommer, Herbst und Winter

Nee, was fliegt die Zeit vorbei. Mir kommt es vor, als wäre es erst gestern gewesen, dass ich die ersten Maiglöckchen geplückt habe, und jetzt sind schon wieder die ersten Türen der Adventskalender geöffnet. Nicht mehr lange und wir sind durch mit dem Jahr. Manche Dinge bleiben wie immer – Muttertag ist am zweiten Sonntag im Mai, Heiligabend ist am vierundzwanzigsten Dezember und so weiter. Es gibt aber auch ziemlich viel, das sich ändert. Beim Menschlichen, zum Beispiel: Alte Menschen gehen, Säuglinge werden geboren.

A propos alt und jung. Weiterlesen

Freuhling, Sommer, Harvst un Winter

Nee, wat fleegt de Tiet vörbi. Mi kummt dat vor as weer dat jüst gistern weesen, datt ik de ersten Maiglöckchen plückt heff, un nu sünd al wedder de eerten Döörn vun’n Adventskalender open. Nich mehr lang un wi sünd dör mit dat Johr. Mannige Saken blieven as jümmers – Mudderdog is an’n tweeten Sünndag in’n Mai, Hilligobend is an’n veeruntwinnigsten Dezember un so wieter. Dat giff ober ook bannig veel, dat sik ännert. Bi’t Minschliche, to’n Bispeel: Ole Lüüd geihn, jung Tittkinners weern born.

A propos ol un jung. Weiterlesen

Wie? Jetzt schon?

Wenn ich an jedem Donnerstag um kurz vor acht für meinen allwöchentlichen medizinischen Termin das Haus verlasse, ist das ein Routinemarsch wie der Weg zum Job: Feste Strecke, festes Ziel, immer die gleichen Leute, immer zur gleichen Zeit. Einziges Zeichen von Veränderung sind die Blätter an den Bäumen im Kreislauf der Jahreszeiten. Selbst der Aufbau des hässlichsten Adventsgesteckes der Welt, also des riesigen Weihnachts-„Baumes“, auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt ab Ende Oktober wird nicht viel anders wahrgenommen. Nämlich gar nicht. Weil es Gewohnheit ist.

Heute Morgen habe ich es dann doch mal wahrgenommen: Weiterlesen

It’s a kind of magic

Schwenkragout.

Im Duden ist dieses Wort nicht zu finden, Google kennt es nicht, Wikipedia hat es auch nicht im Bestand, und selbst das eigene Stadt-Wiki für unser Dorf „janz weit draußen“ hat kein Suchergebnisse ausgespuckt.  Echt selten, dass eine Spezialität der regionalen Küche so speziell ist, dass sie sich scheinbar nur auf den einzigen Schlachter im  Vorort vom Vorort eines Vorortes bezieht. Weiterlesen

Sommermucke

Sommerhits zeichnen sich nur selten dadurch aus, besondere Perlen im Schmuckkasten der Poesie zu sein. Macarena  – The Ketchup Song – Mambo No. 5 – Coco Jambo… Die Beispiele sind hinlänglich bekannt. Aber immerhin sind sie eigens für den ihnen zugedachten Zweck komponiert worden: Wer möglichst anspruchslos abtanzen will, braucht keine tiefschürfenden Texte. Da reicht es vollkommen, wenn sich „nackte Friseusen“ auf „feuchte Haare“ reimt.

Es gibt auch Beispiele, bei denen bestehende Melodien mit einem neuen Text versehen werden. Weiterlesen

Sei vorsichtig, was du dir wünschst…

… es könnte in Erfüllung gehen.

Kalendersprüche sind – ähnlich wie Gerüchte – wohl deswegen so verpönt, weil in ihnen immer ein Kern Wahrheit steckt. Gerade erst durfte ich wieder mal genau diese Erfahrung machen. Weiterlesen

Dortmunder Notizen

Die Sommerferien haben begonnen und damit auch die größte Reisewelle des Jahres. Bei mir dauert es noch gut vier Wochen bis zur Sommerfrische – was nicht heißt, dass das Reisefieber nicht bereits ausgebrochen ist. Darum bleibt momentan wieder mal nur Zeit für eine Sammlung kleiner Alltagsnotizen:

Weiterlesen

Jubiläum mit Hindernissen (hochdeutsch)

Zwanzig Jahre… Das ist dieser Tage so oder so eine Seltenheit geworden, dass zwei Menschenkinder so lange zusammen bleiben, aber bei zwei Mannsleuten ist das beinahe schon ein Fall für das Museum.

Tja, mein Mann und ich sind zwar nicht ins Museum gegangen, als wir neulich unser zwanzigstes Jubiläum gefeiert haben, aber wir sind an jenem sonnigen Sonntagmittag fein essen gegangen. Weiterlesen

Jubiläum mit Hinnernissens (op Platt)

Twintig Johrn… Dat is düsser Dogen so ode so ’n Seltenheit worrn, datt twee Minschenkinners so lang tosomen blieven, ober bi twee Mannslüüd is dat binoh schon ’n Fall föör’t Museum.

Tscha, mien Mann un ik sünd twors nich in’t Museum gangen, as wi annerendogs uns twintigstes Jubiläum fiert hebben, ober wi sünd an düssen sünnigen Sünndogmiddag fein eten gangen. Weiterlesen

Dinge gibt’s, die gibt’s gar nicht

… und wenn es sie doch gibt, dann hast du sie garantiert im Ruhrpott erlebt.

Irgendwie steckt ja in fast allem Traurigen auch ein kleines bisschen Humoriges. Sogar in Friedhöfen. Zeitgenossen, die neben einem Friedhof wohnen, können über den Spruch „Na, da habt ihr ja ruhige Nachbarn, hahahahaha“ wahrscheinlich längst nicht  mehr lachen, weil er so uralt ist, aber irgendwann war er ja doch  mal originell. Genauso wie ein Evergreen aus der Sprüchekiste meines Vaters. Weiterlesen

Ruhrpottrififi

“Pass auf, dass dich keiner klaut.”

“Und selbst wenn – jeder Entführer zahlt doch höchstens dir noch Geld, damit er mich wieder bei dir abgeben darf.”

Eine der typischen Verabschiedungen zwischen meinem Mann und mir. Ernsthaft zu befürchten ist da eigentlich nichts, denn wir leben in einer Gegend, wo sich solche Aktionen einfach nicht lohnen. Ich bin sicher, schon die alten Raubritter haben schon einen Riesenbogen um das gemacht, was heute unser Quartier ist. Oder zumindest um unser Haus. Denn wenn es wirklich mal aufregend werden soll, können wir ganz gut selbst dafür sorgen. Weiterlesen

Falsche Verdächtigung

Es heißt immer, das ständige Starren auf Smartphones, Tablets und dergleichen lässt unsere Fähigkeiten zur realen Kommunikation verkümmern. So’n Tünkram. Einer der Hauptübeltäter hat schon viel eher Einzug in unsere Leben gehalten. Weiterlesen