Een is so jung as een sik föhlt

Gestern Obend hett uns Naver op ’n Weg torüch vun’n Greunhöker op ’n lütten Schnack bi uns inkiekt. Mit meist söbentig Johrn is he nich mehr de Allerjüngste, un dorüm heff ik ehm achterno de Tasch mit sien Greuntüch un de sworen Buddels mi Woter in sien Wohnung tragen. Wie dat bi Navers, de goot miteenanner utkümmt, so geiht, hefft wi uns glieks nochmol verschnackt. As ik no’n halve Stünn wedder dool in uns Wohnung kamen bün, froogt mien Mann mi: Weiterlesen

Botschap vun de annere Siet

Gistern heff ik in’n lütten Clip op de Fratzenfiebel-Siet vun BBC Radio Fief sehen, datt een jung Froo ut England sik en Tattoo op’n Puckel hett steken loten. Dat sieht so ut as de Diagramme in’t Fernsehen bi Navy CIS ode so – düsse Wellenlinien op ’n Computerglotzkasten, wenn se mol wedder ’n Telefonschnack vun Mörders un annere Spitzbuben unnersöken möten. Wenn de junge Froo dann düsset Tattoo mit een bestümmte App föör ehrn Ackerschnacker affilmt, wannelt sik dat wedder in Ton üm un se höört de laatste Noricht, de ehr Leevlings-Grootmudder ehr op den Anrufbeantworter schnackt hett bevöör se dood bleven is.

Ik geef dat giern to: Weiterlesen

Mal hü, mal hott

„Nein, das darfst du jetzt nicht. Ich muss hier erst bezahlen. Nein, auch nicht, wenn wir durch die Kasse durch sind. Es sind bloß fünf Minuten bis zu Oma. So lange kannst du nun wirklich noch warten und sitzen bleiben!“

Der kleine Knirps in seinem Kinderwagen vor mir in der Schlange an der Supermarktkasse tut mir richtig leid. Er möchte so gerne, aber er darf nicht. Und er weiß nicht, warum! Er will doch alles richtig machen. Er strengt sich so an – und weiß nicht, warum das nicht richtig sein soll.

Ist mir früher genau so gegangen wie ihm. Ein Kind zu sein ist wirklich kein Kinderspiel!

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Mol hü, mol hott

„Nee, dat dröffs du nu nich. Ik mutt hier erst betohlen. Nee, ook nich, wenn wi döör de Kass döör sünd. Dat sünd blots fief Minuten bit nor Oma. Solang kunnst du nu weerklich noch töven un sitten blieven!“

De lütte Buttscher in sien Kinnerwogen voor mi in de Schlange an de Supermorktkass deiht mi richtig leed. He much so gern, ober he dröff nich. Un he weet nicht, worüm! He wüllt doch alln’s richtig mooken. He strengt sik so an – un weet nich, worüm dat nich richtig sien schall.

Is mi freuher ook so gangen as ehm. Een Kind to sien is weerklich keen Kinnerspeel! Weiterlesen

Herbst

Seit dem letzten Wochenende lässt es sich nicht mehr leugnen: Es ist Herbst geworden. Der Sommer ist nun wirklich vorbei, die Blätter an den Bäumen werden nun allmählich gelb, gold und braun, bis sie ganz abfallen.

Um diese Zeit im Jahr hat mein Vater führer immer den Koks für den Winter kommen lassen.

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Harvst

Siet ’n lotern Weekenenn loot sik dat nich mehr leugnen: Dat is Harvst worrn. De Sommer is nun weerklich vorbi, de Blätters an de Booms weern nu bileten geel, güllen und bruun, bit se ganz avfallen.

Um düsse Tiet in’t Johr hett mien Vadder freuher jümmers ’n Koks för’n Winter kamen loten. Weiterlesen

Kein dutzi-dutzi-dutzi mehr

Es ist jetzt etwa ein oder zwei Wochen her. Da habe ich in der Zeitung über einen Prozess gelesen, der dieser Tage jemandem gemacht wird, bei dem die Staatsanwaltschaft glaubt, dass er einen Mann und seinen Lebenpartner brutal überfallen hat.

In dem Artikel ist von den beiden Opfern immer als „das Pärchen“ die Rede gewesen. Ich habe mich darüber ziemlich gewundert. Das ist nämlich immer so: Wenn so ein Zeitungsartikel von einem Mann und einer Frau als die beiden Opfer berichtet, heißt es immer ganz seriös „das Paar“. Ober bei zwei Männern oder auch zwei Frauen wird das immer zu „das Pärchen“ verniedlicht.

Ich will jetzt nicht die ganz große Keule rausholen und sofort wieder von Diskriminierung reden – aber so einen kleinen Beigeschmack von „dutzi-dutzi-dutzi, so eine Konstellation muss man nicht ganz ernst nehmen“ hat das ja doch.

Wobei – wenn ich jetzt so darüber nachdenke… Weiterlesen

Keen dutzi-dutzi-dutzi mehr

Dat is nu so een ode twee Weken her. Dor heff ik in de Tiedung över een Prozess leesen, deen düsser Tag een mookt ward, bi den de Staatsanwaltschap dinkt, datt he een Mann un sien Levenspartner brutal överfallen hett.

In den Artikel is vun de beiden Opfern jümmers as „dat Pärchen“ schnackt worrn. Ik heff mi doröver bannig wunnert. Dat is neemich jümmers so: Wenn so een Tiedungsartikel vun een Mann un een Froo as de beeden Opfers vertellt, dann heet dat ganz seriös „dat Paar“. Ober bi twee Mannslüüd oder ook bi twee Froonslüüd verniedlicht se dat jümmers to „dat Pärchen“.

Ik will nu nich de ganz grote Keul ruthol’n un sofort al wedder vun Diskriminierung schnacken – ober so’n lütten Bigeschmack vun „dutzi-dutzi-dutzi, so eine Konstellation muss man nicht ganz ernst nehmen“ hett dat jo doch.

Wobi – wenn ik dor nu so övernordink… Weiterlesen

Sommerobst

Neulich habe ich ja wieder mal  meinen Mann ein wenig in die Pfanne gehauen, da ist es nur recht und billig, wenn ich mich heute nun selbst auf dem Altar eures Amüsements opfere. Ich min mir nämlich ziemlich sicher, dass diesmal ich das „Igitt“ zu hören und lesen bekomme, wenn die Leser mitbekommen, welches Sommeressen ich wirklich lecker finde.
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Sommeraaft

Annerendogs heff ik jo mol wedder mien Mann so’n böten wat in de Pann haun, do is dat blots recht un billig wenn ik mi nu vendoog sölvs op den Altar vun jo „Amüsement“ opfer. Ik bün mi neemich bannig seker, datt düsset Mol ik dat „Igitt!“ to höörn un leesen krigg, wenn de Lesers wies worrn, wokeen Sommereten ik bannig lecker finn. Weiterlesen

Technik für die Tante

… und ein Jubiläum: Der fünfhundertste Beitrag (in Ziffern: 500!) steht ganz im Zeichen der hochdeutschen Übersetzung des zuletzt erschienenen Artikels op Platt. Viel Vergnügen! Weiterlesen

Technik föör de Tante

Mien Arvtante Mildred hebbt ji ja al in’n laatsten Maand kennnenlernt. Dat heet ober nu nich, datt ik domit döör bün, jo wat vun Tanten to vertellen, de gor keen echten Tanten sünd.

In Nordüütschland gifft dat to’n Bispeel de Tante Meier. Wo düsse Tante herkamt, is nich so ganz klor, ober jüst as de scheune Afscheedsgruß „Tschüß“ sik över „Atschüß“ un „Adjüüs“ ut dat franzöösische „Adieu“ ergeven hett, kunn ik mi got vöörstellen, datt de Noom Tante Meier ook in de Franzosentiet ünner Napoleon in Hamborg ut een franzöösischet Spreekwoort entstannen un in Umloop kamen is. Weiterlesen

App-soluter Tünkram (op Platt)

Och, nee – mannigmol kunn sik een jo blots noch wunnern över düsse Tostände in unse niemoodsche Tiet. Wat wi nich alln’s de Technik överloten schalln!

Nehmt wi blots mol uns modernen Ackerschnackers (Smartphones). De sünd al lang nich mehr alleen to’n telefoneeren do. Do kunnst du Musik mit höörn, Filme kieken, elektroonsche Beukers lesen, fotografeern, för’t Kontor „Präsentationen erstellen“ un wat weet ik nich alln’s. Föör all düsse Soken bruukst du so genannte Apps. „App“ is kort för „Application“. Dat is Engelsch un klingt ’n böten beter as dat lohme „’n lüttet Programm för dien Ackerschnacker“. Liekers is dat dat sölve.

Düsse Apps hölpt di ook bi’t Sport moken un seggt di, woveel Kilometers du morgen joggen mutt, wenn du vendoog ’n dicket Stück vun Omas Appelkoken verdrückst, dat so-un-soveel Kalorien hett. Ode wo du den besten Wien kööpen kunnst.

Dat gifft nu sogor ’n App ut Amerika (dat seggt eenich alln’s, ode?), de di vertellt, wann du an’n besten püschern gohn kunnst. Nu kunn ik dat grote Frogezeichen in jo Gesichters sehen: „Wie – so eine App sagt mir, wann ich pinkeln gehen soll? Das sagt mir doch meine Blase!“

Dat heff ik ook jümmers dacht. Jichtenswann kummt do düsset plümerante Gefööhl, so etwa fief Zentimeters ünnern Buknovel, un denn gohst du no „Tante Meier“, as dat in Hamborg heet, wenn een no de Toilette mutt.

Düsse App is ook nich för tohuus oder de Arbeet dacht. Dat is blots för’t Kino. Du gohst no’t Kino, kööpst di ’n Kort, gohst no dien Platz, un wenn de Film anfangt, tippst du in düsse App ein, wat för ’n Film dat is, den du do kiekst. Un düsse App weet dann nu, wo in düssen Film de bannig langwieligen Stellen sind un wo du nix verpasst, wenn du mal kort opsteihst un no „Tante Meier“ gohst. Denn seggt de App di to’n Bispeel: „Nächste gute Gelegenheit zum Pinkeln: In acht Minuten.“ Denn weest du: „Acht Minuten mutt ik dat noch utholn, un denn kunn ik püschern gohn.“ De App seggt di sogor, wann du wedder torüch sien musst, damit du wirklich blots de langwielige Stelle verpasst un nich dat Spannende an den Film.

Dat klingt jo erstmol nich schlecht. Ober wie is dat nu, wenn mien Blase sik dor partout nich no richten will? Wenn se di seggt: „Is mi do schiet… nee, pissegol, datt de Film jüst so spannend is un dat noch acht Minuten duert, bis dat langwielig weerd. Ik mutt NU, IN DÜSSE SEKUNDE op’n Pott. Also marsch, du Dröhnbüddel, sonst mook ik glieks Woter marsch un dat gifft ’n urologische Explosion!“

In so’n Situation föhlen sik 8 Minuten an as 8 Stünnen, dat kunn ik jo seggen!

Ünner uns: Vun mi ut kun mi so’n App dat mit dat Joggen, den Appelkoken un den Wien vertelln, ober wann ik püschern goh… Nee, dat is un blifft ’n minschlichen „Deal“ blots twüschen mi un mien Blase. So ’ne dösige App mit ehr Technik hett do nix mang verloren!