Badetag

Tusch! Fanfare!

So beginnt eine der köstlichsten Szenen aus der Verfilmung von Agatha Christies Evil Under The Sun mit Peter Ustinov, und die musikalische Untermalung lässt ahnen, dass jetzt nur etwas ganz Großartiges kommen kann. In der Tat: Weiterlesen

… und es kam schlimmer!

Da hatte ich gedacht, mit meiner kleinen Einlassung zum Genuss von Energy-Drinks mit besonderem Aroma die tiefsten Abgründe des Getränkekonsums beschrieben zu haben, da setzt der Einzelhandel noch einen drauf.

Denn in just dem selben Supermarkt Weiterlesen

Applausapplausapplaus

20141216-2Der lokale Weihnachtsmarkt mit dem größten Weihnachtsbaum hässlichsten Adventgesteck der Welt ist inzwischen eine kleine Berühmtheit. Aus fast aller Welt kommen Menschen, die sich das Ding anschauen wollen. Briten, Luxemburgern, Portugiesen, sogar diversen asiatischen Besuchern kann man hier begegnen.

Heute musste ich für ein paar Besorgungen in die Geschäfte, die zum Glück an der Peripherie des überfüllten und selbst gefestigte Menschen in die Klaustrophie treibenden Massenauftriebs liegen. Dabei kam ich an einem der Großparkplätze vorbei, wo gerade ein weiterer Reisebus ankam. Er trug ein deutsches Kennzeichen und kam aus Ahaus. Er war wohl kurz auf die andere Seite der ehemaligen Grenze gefahren, um interessierte Besucher aus dem nahegelegenen Enschede oder Winterswijk abzuholen.

Auf jeden Fall waren es Niederländer, denn als der erste der Reisegruppe aussteigen wollte, blieb er auf den Treppenstufen bei der Tür abrupt stehen und rief: „Stop! We moeten klappen!“ (Halt! Wir müssen klatschen), wobei er sich mit anerkennendem Blick zum Fahrer umdrehte.

Sein Hintermann klopfte ihm beruhigend auf die Schulter: „Nee, de Duitsen doen dat alleen in een Vliegteug.“ (Nee, das machen die Deutschen nur im Flugzeug)

Ich liebe die Niederländer!!!

Zwei Beobachtungen…

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… bei einem kurzen Besorgungsgang downtown:

1. Auf dem Marktplatz wird bereits wieder der größte Weihnachtsbaum der Welt das alljährliche Riesen-Adventgesteck aufbaut. Es geht auf Weihnachten zu.

2. Es ist Ende Oktober, die Sonne scheint, wir haben 19° und ich bin ohne Jacke, dafür aber im T-Shirt unterwegs.

Die zweite Beobachtung ist mir die eindeutig sympathischere.

Post für Niemand

NiemandEigentlich gibt es zehn Wohnungen in unserer Mietskaserne. Neun davon sind belegt. Die zehnte, eine kleine Mansarde, ist seit Ewigkeiten ungenutzt, weil sie von der Ausstattung her auf dem Stand der Adenauer-Ära verharrt ist. Ein eventueller Bewohner müsste mit einem Etagenbad vorlieb nehmen, doch da es die im Haus längst nicht mehr gibt und die Wohnung an sich so klein ist, dass kein eigenes Bad eingebaut werden könnte, steht sie eben leer. Es hat mal Anläufe gegeben, die Wohnung daneben per Durchbruch zu vergrößern, und auch als Atelier für einen Fotografen ist das kleine Stiefkind zeitweise in Nutzung gewesen, doch das ist alles immer sehr schnell im Sande verlaufen.

Ergo steht die Wohnung leer. Trotzdem gibt es an der Haustür einen Klingelknopf und im Flur einen Briefkasten. Ordnung muss sein.

Obwohl an diesem Briefkasten lange kein Namensschild hing, fand sich jeden Tag etwas darin. Meist war es Reklame, die in der Nachbarschaft ausgetragen wurde. Doch selbst die gute alte Post stopfte munter die meist mit „An die fernsehinteressierten Bewohner des Hauses So-und-so-Straße 1“ oder ähnlich adressierten Massensendungen in diesen Briefkasten. Bis das Ding irgendwann überquoll und der Mitbewohner, der grade mit der Scheuerwoche dran war, sich erbarmte, den ungenutzten Briefkasten mit Hilfe einer Häkelnadel zu leeren, damit unser Eingangsbereich nicht bald einer Sammelstelle für Altpapier glich. Einmal fand sich dabei sogar einer von diesen amtlichen gelben Briefumschlägen, mit denen gerichtlich erlassene Schreiben förmlich zugestellt werden. Empfänger war jedoch niemand aus unserem Haus, sondern jemand in einem ganz anderen Haus in einer ganz anderen Straße in einem ganz anderen Stadtteil…

Irgendwann ist jemand auf die Idee gekommen, einen Hinweis anzubringen, dass es keinen Wert hat, diesen Briefkasten zu befüllen. Da, wo das Namensschild hingehört, steht nun schwarz auf weiß: Niemand.

Seitdem ist der Briefkasten voller als vorher.