30 Filme, die… (Teil 3)

… die mit ihren schaffenden Künstlern bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen haben.

Schon wieder ist eine Woche fast vorüber. Das Wochenende naht und damit der nächste willkommene Anlass, ins Kino zu gehen – und sei es nur das heimische Pantoffelkino. Vielleicht ergibt sich (nach Teil 1 und Teil 2) aus dem 3. und letzten Teil der Film-Challenge die ein oder andere Gelegenheit für Kintopp-Freunde, die wie ich eher nostalgisch veranlagt sind: Weiterlesen

30 Filme, die… (Teil 2)

… die mit ihren erschaffenden Künstlern einfach zu meinem Leben dazugehören. Beim letzten Mal gab es die Beantwortung der Fragen 1 – 10 dieser Challenge, heute geht es mit den Nummern 11 – 20 weiter: Weiterlesen

Throwback Thursday 2016 – Nachschlag

So kann’s einem gehen: Kaum denkste, du bist mit den Jahresrückblicken durch, kommt da noch so ein echtes Sahnestückchen daher. Und das ausgerechnet in einer Kategorie, die du 2016 bewusst ausgelassen hast… Weiterlesen

Throwback Thursday 2016 – Teil 1

Es ist vielleicht übertrieben, schon von einer Tradition zu sprechen, schließlich ist dieser Blog doch erst seit Ende 2013 „auf Sendung“, trotzdem gibt es wie in 2014 und 2015 auch in diesem Jahr an den letzten vier Donnerstagen vor Weihnachten eine Rückschau auf ein paar Dinge, die in diesem Jahr besonderen Eindruck bei mir hinterlassen haben. Wie immer gilt sowohl hier als auch bei den Dingen, die an den folgenden Throwback Thursdays vorgestellt werden: Es muss nicht in den vergangenen zwölf Monaten erschienen, sondern mir lediglich erstmals über den Weg gelaufen sein. Den Anfang machen Weiterlesen

Ist der Ruf erst ruiniert…

„Besitzt du Bücher, die hinten im Regal stehen (oder gar nicht im Regal stehen), weil du dich insgeheim dafür schämst?“ fragt der Blog Buchfresserchen heute in seiner allwöchentlichen Montagsfrage.

Die Antwort darauf ist ein ganz klares Weiterlesen

Throwback Thursday: Bücher des Jahres 2014

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Das Jahr neigt sich dem Ende zu, und schon jetzt, so kurz vor dem 1. Advent, ist in vielen Bereichen der angenehmen Seiten des Lebens nicht mehr damit zu rechnen, dass sich noch etwas weltbewegendes Neues tut. Also kann man eigentlich schon mit den Jahresrückblicken beginnen. An den kommenden Throwback Thursdays bis Weihnachten gibt’s daher hier im Wortgepüttscher jeweils Jahreshighlights 2014 zu bestimmten Themenschwerpunkten.

Den Anfang machen – wie könnte es anders sein – Bücher. Dabei berücksichtige ich übrigens nicht, ob ein Buch in diesem Jahr brandneu erschienen ist. Es kann auch ein ganz olle Kamelle sein, die mir lediglich erst in diesem Jahr zum ersten Mal in diesem Jahr über den Weg lief.

Genug Vorgeplänkel, los geht’s: Weiterlesen

Das letzte Kapitel

Seit fast drei Wochen ist Frag doch das Vanilleeis auf dem Markt, und nachdem ich mich (abgesehen von der Bloggerei) ein bisschen auf den Lorbeeren ausgeruht habe, geht’s nun langsam mit neuen Projekten weiter. Für gleich drei Stories (plus eine neue Gespensterstory, die zu Weihnachten erscheinen soll) sind die ersten groben Planungen gelaufen. Eine davon wird sich auch wieder um Holger und Christoph drehen.

Eigentlich sollte ausschließlich Wodka für die Königin von diesen zwei leicht durchgeknallten Jungs erzählen, aber die sind bei den Lesern so gut angekommen, dass nur sie als Hauptfiguren in Frage kamen, als die Idee für Frag doch das Vanilleeis langsam Gestalt annahm. Auch die derzeit noch ganz profan als #3 betitelte Story kann nur von den beiden handeln. Es scheint sich da eine richtige Saga um die beiden zu entwickeln, was so nie geplant war, mich aber trotzdem freut. Denn irgendwas Positives scheinen die Jungs ja bei den Lesern auszulösen.

Trotzdem habe ich letzte Nacht das allerletzte Kapitel geschrieben, das besagte Holger & Christoph Saga irgendwann mal zum endgültigen Abschluss bringen wird.

Nein, weder plane ich a priori sieben Bände wie die Kollegin J. K. Rowling noch fürchte ich das Schicksal von Agatha Christie, die ihren Hercule Poirot schon nach dem dritten Roman so gründlich satt hatte, dass sie ihn da am liebsten selbst abgemurkst hätte, aber by popular demand für weitere dreißig Romane mit ihm gestraft war. Mein Größenwahn hält sich – hoffe ich zumindest – in Grenzen.

Trotzdem kam mir gestern Abend nach zwei Gläsern meines Lieblingsbiers („rotblond“, obergärig, Kenner werden den richtigen Schluss ziehen) dieser Gedanke: Wenn Holger und Christoph als „meine literarischen Kinder“ nun scheinbar noch eine ganze Weile in meiner Obhut bleiben, dann möchte ich größeres Bild dessen haben, was den beiden noch alles so passieren kann und wird. Zumindest erst einmal nur für mich.

Ich stelle es mir wie eine Sonntagspartie im Traumcabrio vor: Mal geht es in die eine Richtung, mal in die andere, manchmal nimmt man absichtlich einen Umweg und manchmal verfährt man sich unabsichtlich, aber dafür ganz gewaltig. Aber es macht unheimlichen Spaß, wieder auf den rechten Weg zurückzufinden. Und irgendwann ist die Fahrt von A nach B dann zu Ende.

Genauso soll es Holger und Christoph ergehen. Der Wodka und das Vanilleeis ergeben zusammengenommen quasi den Ausgangspunkt A, das in der vergangenen Nacht geschriebene letzte Kapitel wird das Ziel, Punkt B sein. Was dazwischen kommt? Bleiben sie in Norddeutschland? Verschlägt es sie woanders hin? Welche Typen kreuzen noch ihren Lebensweg? Irgendwann wird die Reise von A nach B jedenfalls zu Ende sein. Was in der Zwischenzeit passiert? Ich habe da schon ein paar vage Ahnungen, aber insgesamt muss ich mich im Moment noch genau so überraschen lassen wie die Leser…

Die Agonie des Schreiberlings

Eine Woche ist vorüber.

Seit einer Woche ist mein neues Buch Frag doch das Vanilleeis im Handel. Es hat richtig gut begonnen. Glückwünsche zum Start sind ebenso eingegangen wie die ersten positiven Lesermeinungen, für die ich mich genauso von Herzen bedanke wie für die konstruktive Kritik.

Aber bei jeder Buchveröffentlichung ist da auch während der ersten ein, zwei Wochen diese merkwürdige Phase… Für gewöhnlich ist sie sehr kurz, aber solange sie andauert nervt sie, und zwar richtig!

Das Buch ist also nicht nur fertig, es ist auch „offiziell abgenommen“ und zum Vertrieb freigegeben worden. Im Grunde könnte man sich langsam auf das nächste Werk stürzen. Aber dann ist da plötzlich dieses Gefühl, alle Kreativitäts- und Ideenvorräte mit diesem letzten, gerade veröffentlichten Buch völlig aufgebraucht zu haben. Obwohl es völliger Quatsch ist, lebt man in der festen Überzeugung, nie wieder ein weiteres Wort zu Papier zu bringen.

Ihr glaubt gar nicht, wie froh ich sein werde, wenn das vorbei ist.

So in etwa in einer Woche. Vielleicht auch in zwei. Ich hab da nämlich schon eine Idee, was ich als nächstes schrei…

Sorry, muss aufhören – mein Laptop ruft. Auf ein Neues!

Frag doch das Vanilleeis!

1. August 2014!

Nun ist es also soweit! Offizieller Verkaufsstart für meinen neuen Roman Frag doch das Vanilleeis. Ab sofort ist es als Printausgabe im regulären Buchhandel (es ist ja bekannt, wie wichtig ich shop local finde) erhältlich – wenn’s mal nicht vorrätig ist, wird es euch gerne bestellt. Natürlich ist es auch bei allen gängigen Online-Portalen zu beziehen.

Und auch die Freunde von eBook dürfen sich freuen – selbstverständlich ist Frag doch das Vanilleeis auch für alle gängigen Reader verfügbar – bis Mitte September übrigens zum Aktionspreis von 2,49 Euro! Schnell sein lohnt sich also.

Holger und Christoph sind zurück!

Für alle Freunde und Leser, welche die Vorankündigung vielleicht versäumt haben: Holger und Christoph aus meinem Roman Wodka für die Königin scheinen ganz besonderen Eindruck hinterlassen zu haben, und darum erfülle ich allen Fans der beiden natürlich gerne den Wunsch nach einem neuen Abenteuer mit den beiden.

Und was erleben die beiden?

Es heißt, dass beide Hälften eines Paares sich immer ähnlicher werden, je mehr sie zusammen sind. Bei Holger und Christoph scheint da ein klitzeklein wenig schiefgelaufen zu sein. Dadurch gerät das Leben der beiden ziemlich durcheinander, und als auch noch Holgers Hund Charly sich ein paar unschöne Eigenheiten angewöhnt, muss Holger auch noch so etwas ähnliches wie eine Straftat vertuschen…

Was bleibt noch zu sagen?

Nicht viel – nur bannig lieben Dank an alle Leser für den Support in den letzten Jahren. Ich wünsche Ihnen und euch allen ganz, ganz viel Freude mit Frag doch das Vanilleeis – ab heute offiziell im gedruckten und elektronischen Buchhandel erhältlich!

Pressehinweis:

Kostenlose Rezensionsexemplare für Journalisten (nachgewiesener Presseausweis erforderlich!) können unter presse(at)bod(punkt)de direkt beim Verlag angefordert werden.

Von der Themse an die Newa

Nach Those Who Hunt the Night und Travelling With the Dead nun meine Eindrücke zum 3. Abenteuer mit dem Oxford-Professor und Spion im Dienst Seiner Majestät a. D. James Asher und dem spanischen Vampir Don Simon Xavier Christian Morado-de la Cadena Ysidro,

Blood MaidensBlood Maidens (noch nicht in dt. Übersetzung erschienen) von Barbara Hambly

Worum geht es? Erneut wird James Asher zum Verbündeten von Don Ysidro. Dieser benötigt Hilfe, weil eine Freundin von ihm (und wie Asher vermutet: mehr als das), in St. Petersburg verschwunden ist. Ein Eindringling will scheinbar dem Meistervampir von St. Petersburg das Territorium streitig machen. Dabei stellt er sich einerseits sehr ungeschickt an: All seine neuen Zöglinge werden umittelbar nach ihrer Erschaffung wieder vernichtet. Andererseits ist er so geschickt darin, seine Spuren zu verbergen, dass selbst die ältesten Vampire St. Petersburgs und der Städte, die er auf seinem Weg in die Newa-Metropole durchkreuzt hat, trotz ihrer hochentwickelten Fähigkeiten seine Präsenz zwar spüren, doch ansonsten nichts weiter herausgefunden konnten. Wer ist dieser Eindringling mit den neuen, hochentwickelten Fähigkeiten? Was hat der Geheimdienst des auf Krieg gebürsteten deutschen Kaisers damit zu tun? Und was ist mit dem Aspekt, dass Vampire – entgegen aller bisherigen Aussagen von Don Ysidro – scheinbar doch Freundschaft und Liebe empfinden können? Während Professor Ashers Frau Lydia in St. Petersburg wieder einmal die zuverlässige Rechercheurin gibt, jagen Asher und Ysidro quer durch Europa, um über Informanten in Berlin, Prag, Köln und Warschau das düstere Rätsel zu lösen.

Welchen Eindruck hinterlässt das Buch? Ich war ziemlich skeptisch, als ich Blood Maidens kaufte, denn es hat über fünfzehn Jahre gedauert, bis Barbara Hambly sich nach zahlreichen anderen Büchern endlich dem dritten Abenteuer für das Ehepaar Asher und Don Ysidro gewidmet hat. Würde es ihr gelingen, nach so langer Zeit an die großartige Atmosphäre der beiden vorherigen Bücher anzuknüpfen? Kurzum: Ja.

Der Plot setzt unmittelbar nach dem Ende von Band 2 (Travelling With the Dead) an und beinhaltet alle Elemente, welche die beiden vorherigen Bücher so lesenswert gemacht haben: Eine Story zwischen Vampirroman und Krimi (wobei Blood Maidens eher Elemente des Spionage-Krimis à la The 39 Steps beinhaltet statt wie zuvor des Gaslight-Krimis), die sich am Ende ganz anders auflöst, als es zu Beginn den Anschein hatte. Eine Story mit vielschichtig gezeichneten Charakteren, die sich glaubwürdig weiterentwickeln. Da ist auf der einen Seite die Zerrissenheit von Asher und seiner Frau Lydia zwischen dem unbedingten Pflichtgefühl, Vampire vernichten zu müssen, und dem merkwürdigen Gefühl, zu Don Ysidro eine Verbindung zu spüren, von der sie nicht wissen, ob da eine echte, wenn auch unheimliche Freundschaft erblüht, oder ob der Vampir ihre Gefühlswelt nur über seine Kräfte manipuliert.

Auf der anderen Seite ist da Don Ysidro, der zunehmend „menschlicher“ daherkommt und fast schon sympathische Züge entwickelt, was die innere Zerrissenheit des Ehpaares Asher für den Leser nur deutlicher macht. Auch die Feinde und Freunde, mit denen das Trio in Blood Maidens zusammentrifft, sind sehr komplex und detailliert von Hambly erschaffen worden.

Dazu gelingt es ihr, den geschichtlichen, politischen und gesellschaftlichen Hintergrund der von ihr beschriebenen Epoche so perfekt recherchiert auf die Story zu übertragen, dass das St. Petersburg des Jahres 1911 in seiner ganzen Pracht und Düsternis mit allen gesellschaftlichen Details von den Armenquartieren bis zu den verschwenderischen Residenzen wiederaufersteht. Sie malt förmlich mit ihren Worten. Hier haben fünfzehn Jahre Pause keinerlei Rost an ihrer Erzählkunst angesetzt.

Doch leider hat auch ein Wehrmutstropfen überlebt: Wenn Barbara Hambly ihre Protagonisten wie die Kölner Vampirin Petronilla Ehrenberg oder auch Asher (der Deutsch angeblich so perfekt beherrscht, dass er selbst die feinen Nuancen verschiedener Stadtteile des Berliner Dialekts bis in einzelne Straßenzüge hinein unterscheiden und korrekt anwenden kann) Deutsch sprechen lässt, möchte man als deutscher Leser am liebsten in die Tischkante beißen. Hier stimmt wirklich nichts, und wieder fragt man sich: Warum hat das Lektorat nicht korrigierend eingegriffen?

Doch wenn man in diesem Punkt beide Augen ganz, ganz fest zudrücken kann, gibt es wirklich nichts an diesem Buch zu meckern.

Lesen ist Genuss – welche kulinarische Begleitung sollte es geben? Borschtsch. So rot wie Kommunismus ___, Blut ___, die immer selbe verdammte Ampel morgens auf dem Weg ins Büro ___. (Zutreffendes nach eigenem Gutdünken bitte selber ankreuzen)

Halt die Klappe NICHT, Rose!

Zum Wochenausklang gibt’s mal wieder einen Buchtipp, wie immer mit dem Fokus auf ein älteres Werk. Heute im Angebot: Die 1995 erschienene erste Auflage von

Betty White1Here We Go Again – My Life in Television von Betty White

Worum geht’s? In Deutschland hat man Betty White eigentlich erst als Golden Girl Rose Nylund kennengelernt. Doch in den USA ist sie eine TV-Pionierin, die auf eine rund siebzig Jahre währende Karriere zurückblicken kann.

Sie hat alles miterlebt und -gestaltet, angefangen mit den ersten Testsendungen – die den Namen FERNsehen eigentlich gar nicht verdient hatten, weil die EntFERNung bei der Ausstrahlung gerade mal die Distanz vom vierten Stock bis ins Erdgeschoss der Test-Fernsehstation überbrückte. Seitdem hat sie kontinuierlich Fernsehgeschichte geschrieben: Sie war u. a. Ende der 1940er Jahre der erste weibliche Star, der von der stummen Assistentin zur vollwertigen Co-Moderatorin einer täglichen, fünf Stunden (!) langen Liveshow avancierte. Sie war die erste Frau in den USA, die sowohl eine Quizshow moderierte als auch die Urlaubsvertretung für Talkshowlegenden wie Johnny Carson übernehmen durfte. Als Schauspielerin gewann sie den Emmy für ihre Rollen u. a. als gewitzte Hausfrau in Life With Elizabeth (1953 – 1955), als männermordende Egomanin Sue Ann Nivens in der The Mary Tyler Moore Show (1973 – 1977), und natürlich als Golden Girl Rose (1985 – 1992).

Als Zeitzeugin lässt Betty White den Leser hinter die Kulissen des TV-Business blicken, ohne dabei indiskret zu sein. Mit vollem Herzen dabei, mit gebührendem Respekt vor Kollegen, einer gehörigen Dosis Herzenswärme und einem Schuss feinen Humors porträtiert Betty White das Metier, das scheinbar extra für sie geschaffen wurde und verrät natürlich auch einiges aus ihrem Privatleben.

Welchen Eindruck hinterlässt das Buch? Wenn etwas ungewöhnlich erscheint, dann höchstens, dass vieles auf den ersten Blick ein wenig zu zuckersüß wirkt. Betty White benutzt Adjektive wie „dear“, „sweet“, „wonderful“ oder „lovely“ beinahe inflationär. Doch wer zwischen den Zeilen liest, wird feststellen, dass sie jedes Wort ehrlich meint. Insgesamt ist Here We Go Again eine amüsante Unterhaltungslektüre, aber auch eine informative Geschichtsstunde, die nachvollziehen lässt, warum sich das Fernsehen so entwickelt hat, wie es sich entwickelt hat. Und es ist das Portrait einer warmherzigen, aber auch tüchtigen Persönlichkeit, die den Ehrentitel „TV-Legende“ zu Recht verdient hat.

Lesen ist Genuss – welche kulinarische Begleitung sollte es geben? Die Frage stellt sich doch eigentlich gar nicht, oder? Käsekuchen!

Europareise mit Vampiren

Zum Welttag des Buches habe ich u. a. den Roman Those Who Hunt the Night (Jagd der Vampire) von Barbara Hambly aus dem Jahr 1989 vorgestellt. Durch Zufall habe ich herausgefunden, dass Frau Hambly kürzlich nach über 20 Jahren mit Blood Maidens das dritte Abenteuer für den Oxford-Professor James Asher und den charismatischen spanischen Vampir Don Simon Xavier Christian Morado-de la Cadena Ysidro vorgelegt hat. Bestellt, am Wochenende erhalten und verschlungen. Doch bevor ich mich dazu äußere, erstmal der Lückenschluss mit Band 2:

Travelling With the Dead (Gefährten des Todes) von Barbara Hambly

Worum geht es? London, 1908. Ein Jahr ist es her, dass sich die Wege von James Asher und seiner Frau Lydia mit denen der Vampire Londons kreuzten. Durch einen Zufall kommt Asher nun erneut mit ihnen in Verbindung, denn er macht eine erschreckende Entdeckung: Der Vampir Earl of Ernchester scheint sich der Regierung eines anderen Landes angedient zu haben, das England nicht wohlgesonnen ist. Obwohl nicht mehr als Spion für die englische Krone tätig, erwachen alte Instinkte in Asher. Er folgt dem Earl sowie dessen ungarischem Begleiter über Paris und Wien bis nach Konstantinopel. Ihm zur Seite steht die Gattin des Earls, Lady Ernchester, und diesmal muss Asher sich nicht nur mit einem Vampir zusammentun, sondern auch dessen Rettung vor Unheil vorantreiben. Doch statt mit dem enigmatischen, seine Gefährlichkeit nicht verhehlenden Don Ysidro hat Asher es nun mit einer Untoten zu tun, die ihn zunehmend auch persönlich fasziniert. In London wird Don Ysidro seinerseits zu einer Allianz mit Sterblichen genötigt – durch Ashers unerschrockene Frau Lydia, die weit davon entfernt ist, ihren Mann eine unerbetene, aber umso gefährlichere Mission allein durchstehen zu lassen, weshalb sie ihm mit Don Ysidro folgt. Und auch Lydia Asher baut zu ihrem Reisegefährten eine Verbindung auf, die es eigentlich nicht geben darf. So nähern sich die vier Gestalten dem Geheimnis, das hinter der unerwarteten Reise von Lord Ernchester steckt.

Welchen Eindruck hinterlässt das Buch? Wieder verbindet Barbara Hambly Vampirroman und Gaslight-Krimi. Dass Frau Hambly ihre Protagonisten dabei nach Konstantinopel schickt, fügt der Story eine angenehm exotische Note hinzu. Zwar wählt sie als Kulissen Serails und Hamams, doch die Atmosphäre gleitet nicht in die Märchen aus 1001 Nacht ab, sondern entspricht ganz dem, was man über das beginnende 20. Jahrhundert gelesen und gehört hat. Eine Zeit, zu der sich die Diplomaten von Orient und Okzident zu prachtvollen Bällen trafen und unter dem Vorwand diskreter Salonplaudereien politische Schachzüge wie den Bau der Bagdadbahn planten, während die mitgereisten Gattinnen sich bei Musik und Tanz vergnügten.

Generell ist die Geschichte gelungen, trotzdem hakt es an einigen Stellen gewaltig. In Those Who Hunt the Night hat Barbara Hambly ihren James Asher als gewieften Spion vorgestellt, dessen größte Stärke seine polyglotte Ader ist. Genau das wird ihm jetzt zum Verhängnis: Besonders die in Wien spielenden Kapitel sind bisweilen eine Qual. Hambly lässt Asher Deutsch sprechen. Fließend, wie sie behauptet, und sogar so gewandt in den Dialekten, dass er einzelne Stadtteile der großen Metropolen voneinander unterscheiden kann. Doch in Wahrheit ist sein Deutsch so grauenhaft, dass es das Bild des polyglotten Chamäleon-Spions auf fatale Weise demontiert. Falsche Anreden und Sachbezeichnungen (z. B. „Herr Oberhaupt“ statt „Herr Oberhauptmann“, man spricht „hoche Deutsch“ statt „Hochdeutsch“ etc.), falsche Anwendung der Umlaute (das eine zentrale Rolle spielende Sanatorium Frühlingszeit wird beharrlich Fruhlingzeit genannt) und vieles mehr. Mein Lieblingswort, das alle Schrecken dieses Sprachgemetzels zusammengefasst hat, war Zwanzigstejahrhundert Abkuhlunggeselleschaft – die Erfindung elektrischer Kühlsysteme spielt eine wichtige Rolle im Dénouement am Ende der Geschichte. Sicherlich kann ein Autor beim Verfassen seines Manuskriptes Fehler machen, wenn er sich einer ihm nicht wirklich vertrauten Sprache bedient, das ist problemlos entschuldbar. Dass das Lektorat nicht korrigierend eingreift, hingegen nicht.

Wenn man über diese Sandkörner im Getriebe hinwegsehen kann, ist Travelling With the Dead allerdings ein durchaus spannender und lesenswerter Vampirroman.

Lesen ist Genuss – welche kulinarische Begleitung sollte es geben? Passend zur Story ein Vierstädtemenü. Londoner Entree: Leek & Potato Soup – Pariser Zwischengang: Crudités – Wiener Hauptgericht: Tafelspitz – Konstantinopel-Dessert: Şekerpare und ein heißer Mocca.

Welttag des Buches 2014

Heute ist Welttag des Buches, quasi der höchste Feiertag für alle Leseratten. Anlass genug, heute mal nicht von meinem eigenen Wortgepüttscher zu schnacken, sondern von dem, was ich selbst gerne lese. Bei der schier unüberschaubaren Fülle von Neuerscheinungen ist die Wahl ganz bewusst auf drei Bücher gefallen, die schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben und mitunter sogar nur Second Hand erhältlich sind.

Hier die Top 3 meiner Lieblingsbücher: Weiterlesen