Vincent und die Schumanns

Manchmal sind es Trivialitäten, die einen dazu veranlassen, sich mit gewissen Punkten seiner eigenen Biographie zu beschäftigen. Vorgestern bin ich bei Facebook in einen Thread über die Fernsehserie Ich heirate eine Familie gestolpert. Für alle, die es nicht kennen oder ihre Erinnerung auffrischen müssen: Ganz stark durch den Zufall und ein bisschen durch ihre Freundin Bille wird die geschiedene Angi Graf mit dem Werbefachmann Werner Schumann verkuppelt. Was er nicht ahnt – Weiterlesen

Sie kommt um den Berg herum, wenn sie kommt

Oder im englischen Original: „She’ll be comin‘ ’round the mountain when the comes…“

Wer, verdammt nochmal, ist „Sie“??? Worum geht es in diesem alten Traditional? Das habe ich nie begriffen. Ist das ein altes religiöses Lied und besingt irgendeine Heilige, die um irgendeinen ebenso heiligen Berg herumstratzt?

Stammt es aus der Zeit, als der Wilde Westen per Eisenbahn erschlossen wurde? Die alten Dampflokführer pflegten ja ein ähnlich inniges Verhältnis zu ihren Maschinen wie Seeleute zu Schiffen, darum sind Lokomotiven bei ihnen grunsätzlich weiblich und somit „She“.

Oder ist es gar tatsächlich jene Tante aus Marokko aus der deutschen Textfassung?

Man weiß es nicht. Weiterlesen

Spukgeschichte

Eigentlich bin ich das, was man „Hart im Nehmen“ nennt. Also, wenn es um Gruselfilme/-bücher/-hörspiele geht. Splatterfilme finde ich zum Beispiel verdammt langweilig. Da, wo andere Leute kotzen gehen, wenn auf der Leinwand oder im Glotzkasten mal wieder ein Bauch aufgeschlitzt wird, greife ich erst recht nochmal in die Tüte mit dem Naschzeug. Denn eins ist ja wohl klar:

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Spökenkiekerei

Eenich bün ik dat, wat een so „hart in’t Nehmen“ nennt. Also, wenn dat um Gruselfilms/-beukers/-hörspielens geiht. Splatterfilms find ik to’n Bispeel aasig langwielig. Dor, wo anner Lüüd speien goht, wenn op de Leinwand ode in’n Glotzkasten mol wedder so’n Pansen opschlitzt ward, pack ik erst recht nochmol in de Tüt mit dat Schnatertüch. Denn eent is jo wull klor:

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Ziemlich befriedigend

Meine Augen waren groß wie Suppenteller, als sie meinem Fernseher hinterher blickten. Meine Eltern nahmen mir das Ding doch tatsächlich für das Wochenende weg! Dabei hatten sie mich nicht dabei erwischt, wie ich wieder einmal heimlich Dallas schaute, statt der Mathearbeit am nächsten Morgen entgegen zu ruhen. Ich hatte einfach nur den neuen Mercedes, den mein Großvater sich gekauft hatte, als toll bezeichnet.

Okay, der Wahrheit halber muss ich zugeben: Weiterlesen

Hausmusik

oder: Der unbeabsichtigten Vinyl-Trilogie letzter Teil

(Teil 1 findet sich übrigens hier, und Teil 2 ist hier nachzulesen)

 

„Bin ein Mann wie jeder Mann“ lassen Loewe und Lerner ihren Professor Higgins singen. Nun muss man nicht erst in eine Vorstellung von My Fair Lady gehen, um diese Phrase zu hören – wohl jedes männliche Wesen wird sie für sich beanspruchen. Bilde ich da eine Ausnahme? Weiterlesen

Ein bisschen wie Jekyll und Hyde

Es gibt Menschen, vor denen ist jedes Verstellen sinnlos. Die wissen genau, wie man(n) tickt. Die wissen manchmal schon vor dir selbst, was du als Nächstes tun willst.

Manchmal liegen sie allerdings auch gehörig daneben. Neulich lief im Ersten z. B. ein Tatort – aus Köln, Ballauf und Schenk. Es ging da um diesen Polizisten, der nach einem Trauma geistig aus den Fugen geraten war. Mein Mann lag auf dem Sofa und schaute den, ich bekam es aus dem Nebenzimmer als Hörspiel mit. An besonders spannenden Stellen kam ich sogar rüber und schaute mir das Geschehen wahrlich auf der Mattscheibe an.

Mein Mann ist ja eiskalt beim abendlichen Fernsehen. Weiterlesen

Tickt nicht richtig (hochdeutsch)

Kennt ihr diesen Krimi Mord im Pfarrhaus von Agatha Christie? Da hatte der Pastor eine Uhr, die immer zehn oder fünfzehn Minuten vorging, damit er nicht zu spät zu seinen Terminen kam? Eben wegen dieser Uhr konnte in dem Buch auch bewiesen werden, dass der Pastor nicht der Spitzbube war, der den fiesen Colonel Protheroe gekillt hat.

In so einer Verlegenheit sind mein Mann und ich zwar nicht, aber so eine vorgehende Uhr ist ziemlich praktisch. Zum Beispiel, wenn man den Abschied von nicht so dollem Besuch voranbringen will: Weiterlesen

Tickt nich richtig (op Platt)

Kennt ji düssen Krimi Mord im Pfarrhaus vun Agatha Christie? Do hett de Paster ’n Klock, de jümmers teihn ode foffteihn Minuten vöörgeiht, domit he nich to loot to sien Termins kummt? Jüst wegen düsse Klock kunn dat in dat Book bewiesen weern, datt de Paster nich de Spitzbube weer, wokeen den aasigen Colonel Protheroe killt hett.

In so een Verlegheit sünd mien Mann un ik twors nich, ober so ein hilt Klock is bannig praktisch. To’n Bispill, wenn du den Afscheed vun’n nich so dollen Besöök wat vöranbringen wüllst: Weiterlesen

Ruf doch mal an

Mein Mann (oder wie ich ihn bisweilen nenne: der Erbschleicher) und ich kloppen uns ja immer, wer länger mit meinem alten Herren telefoniert. Ischa schon komisch, näch: Mein Dad telefoniert eigentlich nicht gerne, aber im Schnack mit meinem Mann wird er plötzlich sabbelig!

Wie dem auch sei – gerade bei einem neuerlichen „Disput“ ( 😉 ) verquasselt mein Mann sich und sagt: Weiterlesen

In Hamburg sagt man „Tschüß“

Reisetagebuch 2018 – Teil 6

Intercity 2213 Hamburg -> Dortmund, zwischen Bremen und Osnabrück – Freitag, 17.08.2018 – am Nachmittag

Wenn sich da mal nicht ein Kreis schließt. Der Urlaub endet, wie er auch begonnen hat: Geänderte Waggonreihenfolge, aufgehobene Sitzplatzreservierungen, und wieder habe ich meinen bei der Buchung eigens auf dem Waggonplan rausgesuchten Einzelplatz nicht bekommen. Stattdessen teile ich mir ein 1.-Klasse-Abteil mit fünf anderen Reisenden, die von der nicht funktionierenden Klimaanlage genauso „begeistert“ sind wie ich. Aber unsere Konstellation passt: Weiterlesen

Sie sind hier (hochdeutsch)

Kennt ihr alle diesen Film Poltergeist? Da gibt es doch diese Szene, in der das kleine Mädchen mit den blonden Haaren vor dem Fernseher sitzt und bloß auf den „Schnee“ auf der Mattscheibe starrt. Als ihre Eltern dazukommen, sagt sie mit so einer ganz entrückten Stimme: „Sie sind hier.“ Und dann fängt der Stress für diese Familie erst richtig an. Habt ihr das schon mal gesehen?

Schon Shakespeare hat gewusst: Weiterlesen

Se sind hier (op Platt)

Kennt ji all düssen Film Poltergeist? Do gifft dat doch düsse Szene, wo de lütte Deern mit de blonde Hoarn vöör’n Glotzschapp sitt un blots op den „Snee“ op de Mattscheibe pliert. Als ehrn Öllerns doto kommen, seggt se mit so’n ganz drömelige Stümm: „Sie sind hier.“ Un denn fangt de Stress föör düsse Familie erst richtig an. Hefft ji dat all mol sehen?

Schon Shakespeare hett wusst: Weiterlesen

Beuteljahre eines Hausmannes

Wenn ein Produkt mit dem Verkaufsargument der „neuen Rezeptur“ oder der „verbesserten Formel“ feilgeboten wird, bedeutet das oft nichts Gutes. Ganze TV- und Zeitschriftenredaktionen beschäftigen sich mit nichts anderem als der Nachforschung, wo wir von vorn bis hinten so richtig bes…tupst werden. Versteckte Preiserhöhungen, schlechtere Zutaten, Zuckerreduktion im Austausch zur Fettanteilerhöhung. Man kennt das.

Manchmal steckt hinter einer angekündigten Verbesserung aber tatsächlich eine solche. Ich kann mir nur nicht recht vorstellen, ob die wirklich jedesmal so neu ist, wie man uns weismachen will. Weiterlesen

Wuchtbrummen und Hormonwechsel

Als Gay in der Pubertät ist man ja doch ein bisschen anders als die anderen Jungs im Hormonwechsel. Das hat sich damals in den Achtzigerjahren nicht bloß darin gezeigt, dass das beste Pausengesprächsthema für meine Klassenkameraden die Oberweite von Kim Basinger gewesen ist während ich lieber mal den Brustpelz von Pierce Brosnan gekrault hätte. Nein, da ist noch mehr gewesen: Weiterlesen