Work in Progress – 31/07/2018

Auszug aus dem neuen Romanmanuskript:

Hinterher wusste ich nicht mehr, wie wir es diese steile, ernsthaft als Straße ausgewiesene Rampe hinuntergeschafft hatten, ohne dass unsere Koffertrolleys bis in die Elbe duchrollten und wir selbst uns sämtliche Knochen brachen. Wie zwei besoffene Graureiher staksten Sebastian und ich über den Asphalt. Dabei kam ich mirvor, als steckten meine Füße wieder in Muttis High Heels mit den elf Zentimenter hohen Absätzen, die ich mir während der Schulzeit für meinen ersten und einzigen Travestieauftritt in einem Stück der Theater-AG geliehen hatte. Das Publikum hatte damals seinen Spaß. Und ich die beidseitige Bänderzerrung.

30 Filme, die… (Teil 3)

… die mit ihren schaffenden Künstlern bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen haben.

Schon wieder ist eine Woche fast vorüber. Das Wochenende naht und damit der nächste willkommene Anlass, ins Kino zu gehen – und sei es nur das heimische Pantoffelkino. Vielleicht ergibt sich (nach Teil 1 und Teil 2) aus dem 3. und letzten Teil der Film-Challenge die ein oder andere Gelegenheit für Kintopp-Freunde, die wie ich eher nostalgisch veranlagt sind: Weiterlesen

30 Filme, die… (Teil 2)

… die mit ihren erschaffenden Künstlern einfach zu meinem Leben dazugehören. Beim letzten Mal gab es die Beantwortung der Fragen 1 – 10 dieser Challenge, heute geht es mit den Nummern 11 – 20 weiter: Weiterlesen

30 Filme, die… (Teil 1)

… mich gemeinsam mit ihren beteiligten Künstlern bisher durchs Leben begleitet haben: Auf diese „Challenge“ bin ich heute gestoßen, und auch wenn mein letzter Kinobesuch schon eine ganze Weile her ist – warum sollte ich die Gelegenheit nicht nutzen, um meine kleine Kintopp-Welt vorzustellen?

Los geht’s: Weiterlesen

Erntedank

Erntedank? Im Februar? Falsche Jahreszeit, hm?

Richtig, liebe Leser, genau das dachte ich auch. Doch wie so oft im Leben begann auch die heute zu berichtende Begebenheit damit, dass eigentlich etwas ganz anderes geplant war. Weiterlesen

Schockierende Entwicklung

Meine Mutter war sechsundvierzig, als mein Großvater sie eines Tages unvermittelt fragte: „Wie lange willst du das eigentlich noch machen?“

Worauf meine Mutter genau so wie wir anderen bei der freitäglichen Familienkaffeestunde vollkommen verständnislos aus der Wäsche guckte. „Was?“

„Na, diese moderne… äh, Musik.“

Es war 1995, und im Radio lief gerade Scatman. Ein Lied, bei dem meine Mutter recht lebhaft „mitging“, was für sie ein wenig ungewöhnlich war, aber auch bedeutete, dass ihr dieses Stück von Scatman John sehr gefiel.

Heute sind die Grenzen da ja ziemlich verschwommen und Greise hören Techno ebenso wie sich Teenager Tickets für den Musikantenstadl on Tour kaufen, aber vor zweiundzwanzig Jahren funktionierte die natürliche Trennung der Generationen im Bereich der Musik noch recht zuverlässig: Weiterlesen

Throwback Thursday 2016 – Teil 1

Es ist vielleicht übertrieben, schon von einer Tradition zu sprechen, schließlich ist dieser Blog doch erst seit Ende 2013 „auf Sendung“, trotzdem gibt es wie in 2014 und 2015 auch in diesem Jahr an den letzten vier Donnerstagen vor Weihnachten eine Rückschau auf ein paar Dinge, die in diesem Jahr besonderen Eindruck bei mir hinterlassen haben. Wie immer gilt sowohl hier als auch bei den Dingen, die an den folgenden Throwback Thursdays vorgestellt werden: Es muss nicht in den vergangenen zwölf Monaten erschienen, sondern mir lediglich erstmals über den Weg gelaufen sein. Den Anfang machen Weiterlesen

Hollywood in der Provinz

In der klassischen Hollywoodkomödie in Breitwandformat und gloriosem Farbenrausch kommt es auf dem Höhepunkt der Handlung meist zu einem ziemlich großen Krach zwischen Adam & Eva/Adam & Adam/Eva & Eva. Nach diesem gibt es drei Möglichkeiten. Weiterlesen

Drei Tage vor dem Ersten…

… ist das Leben bekanntlich am schwersten. Besonders schwer wird es, wenn es nicht nur drei Tage sind, sondern noch vier Tage zuzüglich der letzten Stunden des heutigem Freitag. Man kann im Übrigen noch ein Schüppchen drauflegen, wenn man nämlich noch einen ganzen Monat dranhängen muss, so dass aus vier Tagen ganz fix derer vierunddreißig werden. Weiterlesen

Würde der Papst Biber essen?

Wer hätte das gedacht? Pünktlich zum Wochenende wird es doch noch schön. Dabei hatte man sich fast schon zähneknirschend dran gewöhnt, dass Sonnabend und Sonntag zu klassischen Auf dem Sofa lümmeln-Festspielen geworden waren. Lesen, sich durch die private Mediathek gucken, vor sich hin dösen…

Doch nun sieht es wirklich und endlich so aus, als würde sich vor allem der PC mit dem Videoarchiv wieder mal eine Zeitlang ziemlich langweilen.

Ist vielleicht gar nicht so vekehrt, wenn man mal eine Weile die Finger von den Videos lässt. Ganz besonders von der Sendung QI, während der ersten dreizehn Staffeln von Stephen Fry moderiert, seit der vierzehnten von Sandi Toksvig.

QI bedeutet Quite Interesting (Ziemlich interessant) und steht für eine amüsante, dabei hochgebildete Plauderei, die seit über zehn Jahren eine der erfolgreichsten BBC-Fernsehsendungen ist. Zum Jahreswechsel 2016/2017 ist die 13. Staffel zu Ende gegangen.

Jede Staffel hat einen Buchstaben aufsteigend im Alphabet. Staffel 1 war demnach die A-Staffel, Numero 13 die M-Staffel. Jede Folge steht unter einem Motto, das mit dem jeweiligen Staffel-Buchstaben beginnt. In der A-Staffel z. B. Antidotes (Gegengifte), in der L-Staffel Little and Large (Klein und groß) und so weiter.

Stephen Fry begrüßt in jeder Ausgabe vier Mitspieler: Schauspieler, Dokumentarfilmer und Komiker Alan Davies ist der einzige reguläre, die anderen drei Stühle werden wechselnd mit Gästen besetzt, meist Komiker, Moderatoren oder Schauspieler wie etwa Jo Brand, Liza Tarbuck, Dermot O’Leary, Bill Bailey, David Mitchell, Victoria Coren Mitchell oder Dara O’Briain.

Stephen Fry stellt zum Episodenmotto Fragen, die der normal gebildete Mensch nicht unbedingt auf Anhieb oder sogar überhaupt nicht beantworten kann.

Bei den Antworten geht es dann auch nicht zwangsläufig um richtig oder falsch, sondern darum, wie interessant die Antworten und die Gedankenkette dorthin erläutert werden. Für gute Antworten gibt’s Pluspunkte, für schlechte Antworten Minuspunkte. Wer sich besonders dröhnbüddelig anstellt, geht mit einem Minuspunktestand nach Hause.

Über Fragen und Antworten wird ausgiebig diskutiert – nach guter alter englischer Humortradition mit vielen eindeutigen Zweideutigkeitn, von denen sich meist auch der aufgrund seiner exzellenten Manieren eigentlich darüber erhabene Stephen Fry anstecken lässt.

Zum heutigen Freitag passt die Blogüberschrift. „Würde der Papst Biber essen?“ lautete nämlich eine der Fragen bei QI. Vor vier Wochen noch hätte ich spontan geantwortet „Nein“. Man hat ja schon von vielen ungewöhnlichen Tieren gehört, die als essbar gelten oder galten, aber Biber kam bisher nie in diesen Aufzählungen vor. Eine nicht repräsentative Umfrage im Freundes- und Bekanntkreis brachte zu hundert Prozent die selbe Antwort. Doch sie ist falsch. Der Papst und überhaupt alle katholischen Glaubensangehörigen können und dürfen Biberfleisch essen, auch und ganz besonders am Freitag, der ja eigentlich nur Fisch zulässt. Aber weil der Biber im Wasser lebt und die Haut unter seinem Fell als schuppig gilt, ist er von der Katholischen Kirche als für Freitage zugelassener Fisch deklariert worden.

Schön, wenn man sich die Welt zurecht verdrehen kann, wie-de-wie-de-wie sie einem gefällt. Aber das nur nebenbei.

Die Geschichte mit dem Biber fand ich in der Tat Quite Interesting. Man kann bei dieser Sendung wirklich etwas lernen, was nicht ohne Nebenwirkungen bleibt: Man lernt fast ein bisschen zuviel, was dazu geführt hat, dass Tatsachen, die ich für mich als unumstößlich verankert geglaubt hatte, völlig durcheinander gewirbelt wurden. So habe ich u. a. gelernt, dass…

 

  • der trockenste Ort auf dieser Welt keine der Wüsten ist, die einem spontan einfallen, also Gobi, Death Valley oder Sahara*.
  • Regentropfen nicht tropfenförmig sind.**
  • der Vogel, der die kleinsten Eier, legt der Strauß ist.***
  • Erdmännchen alles andere als niedlich sind****
  • es möglich ist, mit einem einzigen Bissen eine halbe Million Kalorien aufzunehmen.*****
  • die Anzahl von Nord- und Südpol auf dieser Welt nicht zwei ist.******

 

Insofern ist es, glaube ich, nicht ganz verkehrt, wenn dass Wetter jetzt langsam wieder zur Eröffnung der LLLN (Lauschigen Lese-Lounge Nächte) auf dem Balkon führt. Ich habe nämlich ein wenig Sorge, dass in einer noch nicht gesehen QI-Folge die Aufklärung darüber kommt, dass die Erde doch eine Scheibe ist…

 


 

* Es ist die Antarktis, weil es dort in einigen Ecken schon seit Millionen von Jahren nicht mehr geregnet hat. Was eine Wüste ist, wird nämlich über die Niederschlagsmenge definiert.

** Sie sind kreisrund.

*** Wenn man sie proportional zur Körpergroße betrachtet.

**** Sie sind rücksichtslose, mordende Miststücke, die nicht mal vor ihrem eigenen Nachwuchs Halt machen. In potentiell gefährlichen Situationen geht etwa nicht dass älteste Alphamännchen auf Erkundungstour – nein, es werden die Kinder vorgeschickt. „Guck mal, ob da ein Auto über die Wüstenstraße kommt, Junge. Lauf vor!“ – „Nein, da ist keins, Pap…“ VROOOM!

***** Der Blauwal kann das.

****** Es sind elf. Es gibt je zwei geologische, zwei geomagnetische, zwei geographische, die beiden übrigen Paare habe ich schon wieder vergessen, und den einen als vermeintlichen Nordpol ins Eis gerammten Besenstiel, vor dem sich Touristen fotografieren lassen können und der somit nur ein Fake ist.

 

Heimlicher Star

Ganz allmählich arbeitet sich ein bestimmter Artikel immer höher in der statistischen Auswertung der meistgelesenen Beiträge hier im Blog. Jede Woche kommen mindestens zwei, drei neue Aufrufe hinzu – etwas, das nur mit wenigen Artikel passiert, die älter als ein halbes Jahr sind.

Ich würde nicht behaupten, dass es Weiterlesen

Amüsantes Essen

Moin!

Am vergangenen Mittwoch gab’s wieder einen plattdeutschen Artikel hier im Wortgepüttscher, und wie immer möchte ich die hochdeutsche Übersetzung für die nicht-platten Leser nicht schuldig bleiben. Hier ist sie: Weiterlesen

Zuviel von einer guten Sache…

… ist wundervoll. Hat Mae West behauptet. Ich behaupte hingegen, dass es ganz schön lästig sein kann. Im letzten Blogeintrag hatte ich ja freimütig bekannt, leidenschaftlich zu sein. Das gilt besonders dann, wenn Weiterlesen