Es ist da: Die Witwe von Nienstedten

????????Wie versprochen, hier die Info, dass meine neue spukige Kurzgeschichte Die Witwe von Nienstedten im Vertrieb ist. Ab sofort kann dieses eBook Short bei allen wichtigen Online-Stores für alle gängigen eReader abgerufen werden.

Für alle Leser, die die Vorankündigung verpasst haben – das hat es mit der Witwe von Nienstedten auf sich:

 

Das gediegene Anwesen der Kaufmannsfamilie Christiansen in Nienstedten vor den Toren Hamburgs im Jahr 1898. Clara, die neue Gesellschafterin für die Hausherrin, begegnet einer geheimnisvollen, in altmodischer Witwentracht gekleideten Frau, die jeder zu kennen scheint, von der jedoch niemand sprechen will.

Erst, als die Frau immer öfter auftaucht und ein schreckliches Ereignis die Familie Christiansen erschüttert, offenbart sich für Clara das ganze, fast zweihundert Jahre alte Geheimnis. Es scheint, dass die Besuche der Witwe Smidt ein noch größeres Unglück ankündigen, das durch nichts aufzuhalten ist – auch nicht durch das bevorstehende Weihnachtsfest…

 

????????Gleichzeitig ist übrigens Das Nebelschiff in einer Neuauflage mit neuem Cover erschienen…

Ankündigung: Die Witwe von Nienstedten

????????Es ist soweit – heute wurde die Vertriebsfreigabe für meine neue spukige Kurzgeschichte Die Witwe von Nienstedten erteilt. Noch ein paar Tage Geduld, dann ist das eBook-Short in allen gängigen Shops für alle gängigen eReader gelistet. Wenn es soweit ist, gebe ich natürlich hier an dieser Stelle Bescheid.

Und darum geht es bei der Witwe von Nienstedten:

 

Das gediegene Anwesen der Kaufmannsfamilie Christiansen in Nienstedten vor den Toren Hamburgs im Jahr 1898. Clara, die neue Gesellschafterin für die Hausherrin, begegnet einer geheimnisvollen, in altmodischer Witwentracht gekleideten Frau, die jeder zu kennen scheint, von der jedoch niemand sprechen will.

Erst, als die Frau immer öfter auftaucht und ein schreckliches Ereignis die Familie Christiansen erschüttert, offenbart sich für Clara das ganze, fast zweihundert Jahre alte Geheimnis. Es scheint, dass die Besuche der Witwe Smidt ein noch größeres Unglück ankündigen, das durch nichts aufzuhalten ist – auch nicht durch das bevorstehende Weihnachtsfest…

 

Ich wünsche schauriges Lesevergnügen…

Zwischenbilanz

OLYMPUS DIGITAL CAMERAKinder, wie die Zeit vergeht. Merkt man oft dann, wenn man mal Ordnung in seinen Unterlagen schafft. Eine alte Gehaltsabrechnung noch in D-Mark – klar, ist ja auch von 2001! Ein altes HVV-Ticket von 2005 – was, so günstig war das Tagesticket für den Großbereich Hamburg mal? Die Rechnung für eine geliebte, aber als Japan-Import auch sehr teure CD – vierundsechzig Mark plus Porto und Zollgebühr für gerade mal zwölf Lieder. Oh… Da ist ja auch der erste Buchvertrag von 2009.

Fünf Jahre und drei weitere Bücher plus ein reines eBook sind also seit der Veröffentlichung meines Erstlings Strandkorb mit Rüschengardinen vergangen. Gelegenheit, mal einen Blick in die „olle Kamelle“ zu werfen. schauen, was ich damals verzapft habe.

Vor allem sehe ich Anfängerfehler über Anfängerfehler. Zuviel Vorgeschichte. Ein bisschen zu sehr Idylle. Zudem bin ich voller Sendungsbewusstsein in meiner Absicht, das schwule Leben als ganz normal darzustellen, manchmal viel zu weit übers Ziel hinausgeschossen und habe durch Überbetonung das Gegenteil bewirkt: Das Normale zur Außergewöhnlichkeit verkehrt.

Und dann der riesige Tippfehler, den sowohl ich als auch das Lektorat bei allen Besprechungen übersehen haben… An den ein oder zwei Stellen, wo der Ich-Erzähler einmal bei seinem Namen genannt wird, prangt nicht das eigentlich vorgesehene fiktive Tim Hansen, sondern mein eigener Name. Ja, natürlich sind einige Dinge autobiographisch eingeflossen, doch insgesamt ist vieles, vieles, vieles ist reine Fiktion. Eigene Erfahrungen teilen, gerne – aber nur bis zu einem gewissen Grad. Also mussten reale Erlebnisse durch vollkommen neu ersponnene ersetzt werden. Von den Namen ganz zu schweigen… da stimmt nicht ein einziger.

Bei der 2. und 3. Auflage ist der Tippfehler auch drin geblieben. Ich hab’s als Mahnung genommen, was passieren kann, wenn man als Erstling eine Ich-Erzählung schreibt und man sich zu sehr an seinen Lieblingsautoren orientiert. Aber damit stehe ich nicht alleine – selbst um Myriaden größere Autorengeister als ich es bin haben diese Absolute Beginner-Erfahrung gemacht. Agatha Christie etwa hat sinngemäß geäußert, dass ihre ersten drei, vier Romane genausogut Abenteuer von Sherlock Holmes und Arsène Lupin hätten sein können, weil sie sich zu sehr von von ihren Autorenidolen Sir Arthur Conan Doyle und Maurice Leblanc hat beeinflussen lassen. Warum sollte es mir kleinem Licht da anders gehen?

Ich weiß – im Nachhinein findet man bei allem stets etwas, das man heute anders machen würde. Bleibt doch nicht aus, denn man hat Erfahrungen gesammelt, die eigene Schreibe entwickelt und verfeinert sowie den Blick geschärft.

Trotzdem: Anders als einige Musiker, die schamhaft ihre ersten großen Hits verleugnen und sich teilweise sogar weigern, überhaupt drüber zu sprechen, stehe ich weiterhin zu diesem Buch. Mit allen Fehlern, die da drin sind. Jeder von uns hat mal seine erste Zeit irgendwo gehabt, sei es im Beruf, sei es ehrenamtlich, sei es als Ehemann – sonstwas. Jede Erwartung einer perfekten Leistung an diesem Punkt ist Unfug. Wir tasten uns ran, tapern herum, haben kleine Einbrüche auf dem dünnen Eis bis wir die tragenden Stellen gefunden haben. Rückblickend kann/soll/darf man dann auch stolz auf den ganzen Weg sein – inklusive der nassen Füße, die man sich geholt hat. Und auf den ersten Schritt erst recht.

Häppchenweise

Zum Wochenausklang mal kein langer Text, sondern nur ein paar kleine Häppchen, die sich den Tag über ergeben haben.

Foto-Happen:

Ruine der 1918 zwar nahezu fertiggestellten, aber nie in Betrieb gegangenen und anschließend verfallenen Station Beimoor der Hamburger Hochbahn. Die neue Geisterschichte nimmt Form an.

Musik-Happen:

Bei YouTube habe ich mein Lieblingslied von Esther Ofarim, Morning of My Life, in einer besonderen Version gefunden, die sie gemeinsam mit den Bee Gees aufgenommen hat, bevor diese den Disco-Falsett für sich entdeckt haben. Gefällt mir besser als die Duett-Version mit Abi. Suchbegriff: esther ofarim bee gees morning.

Wort-Happen:

Haberdashery – ich mag dieses Wort aus dem British English. Es klingt so großartig, kühn, verwegen, dabei heißt es einfach nur Kurzwaren. Aber warum sollen Knöpfe, Reißverschluss & Co. nicht auch mal großartig klingen?

Küchen-Happen:

Auf besonderen Wunsch eines vereinzelten Ehemannes gab’s bei uns heute Bauernfrühstück:

Pro Nase je 150 g gekochte Kartoffelwürfel und Erbsen/Möhren, ½ EL fein gewürfelte Zwiebeln, 2 Eier, etwas Milch. Für Fleischesser: 1/2 TL feine Speckwürfel zum Auslassen und 150 g Fleischwurst, fein gewürfelt. Für Vegetarier: Pflanzenfett zum Anbraten und anderes feines Gemüse nach Geschmack wie Maiskölbchen. In einer Pfanne Speck auslassen/Pflanzenfett erhitzen. Kartoffelwürfel, Zwiebelwürfel ( und Fleischwurst) in die Pfanne geben, braten und anbräunen. Erbsen und Möhren (und zusätzliches Gemüse) hinzugeben, erhitzen. Eier mit Milch verquirlen, salzen & pfeffern, in die Pfanne geben und unterrühren. Wenn das Ei gestockt und leicht angebräunt ist, Bauernfrühstück servieren.

Freuden-Happen:

Per eMail erreichte mich eine wunderschöne Reaktion auf mein Buch Frag doch das Vanilleeis: Holger und Christoph seien so lebensnah gezeichnet, die wünscht man sich als echte Freunde. Ich kann kaum beschreiben, wie mir da das Herz aufgegangen ist!

Genuss-Happen:

Seit Kindertagen begleitet mich die Stimme der großartigen Marianne Kehlau in unzähligen Hörspielen. Heute Abend gönne ich mir wieder einmal mein Lieblingsstück mit ihr, Gräfin Dracula – Tochter des Bösen von 1981. Sie zieht alle Register – verführt wie ein Vamp, wütet wie eine Furie. Und man hört ihr, die sonst eher auf liebe alte Damen und Königinnen abonniert war, den Spaß an, den sie dabei hatte, einmal richtig böse sein zu dürfen. In über dreißig Jahren bestimmt hunderte Male gehört – und ihr immer noch nicht überdrüssig geworden. Im Gegenteil! Noch heute läuft es mir bei diesem Satz eiskalt den Rücken runter: „Sie können sich Zeit lassen. Ich mag Gäste, die sich Zeit lassen. Und ich bin froh über junge Gäste, so wie sie. Junges Blut ist ungeduldig, aber es ist auch voller Kraft und Hitze.“

Schauder!

Verwunderungs-Happen:

Allmählich kommt heraus, dass über 2/3 der Ice Bucket Challenge-Spenden nicht in die Forschung fließen, sondern in andere Dinge wie Gehälter. Das einzig Überraschende daran ist doch nur, dass davon jemand überrascht ist.

Zitat-Happen:

„Wenn du für Schwulenrechte eintrittst, musst du doch selber schwul sein.“ – „Ich trete auch für Tierrechte sein. Sehe ich deswegen aus wie ein Alpaka?“ (aus dem Web)

Achselzuck-Happen:

Eben höre ich von meinem Mann, dass das Maggi-Kochstudio bei uns in der Fußgängerzone geschlossen hat. Nichts könnte mir gleichgültiger sein, wir haben für diesen Laden nie Bedarf gehabt. Wir können kochen. Also, richtig kochen. Schade nur um die Karrieregirls. Wo sollen die jetzt ihr Maggi Fix für Nudelwasser herkriegen?

Schönes Wochenende!

Es weihnachtet sehr…

Wenn wir uns in etwa drei Monaten dazu entscheiden, Judy Garlands Have Yourself a Merry Little Christmas zu spielen (oder das Radio uns Last Christmas aufnötigt), ist das jahreszeitlich angemessen. Schließlich ist der 30. November in diesem Jahr auch der Tag, an dem wir die erste Kerze auf unserem Adventkranz anzünden.

Als diese Aufnahmen zum allerersten Mal erklungen sind, kann dem nicht so gewesen sein. Ein Blick auf diverse Webseiten verrät, dass etwa Doris Day ihr Silver Bells am 17. Juni 1964 aufgenommen hat, und Connie Francis hat für White Christmas am 23. August 1959 im Studio gestanden. Mitten im Sommer also. Wenn alle Welt Eis am Stiel lutscht, in Flip-Flops rumläuft, Ventilatoren Hochsaison haben und abends im Bett selbst ein hauchdünnes Laken aus feinster Seide viel zu warm ist. Ich habe Frau Day und andere Künstler immer dafür bewundert, wie sie es trotzdem geschafft haben, dass ihre Weihnachts-LPs sich hinterher anhörten, als wären sie im Rollkragenpullover vor einem knisternden Kaminfeuer aufgenommen worden, während sich draußen vor der Berghütte der Neuschnee auftürmt.

Mir will das nämlich nicht so recht gelingen. Keine Panik! ich strebe keine neue Karriere an, bei der ich die Welt mit meinem Gesang (andere nennen es Hyänengeheul) beglücken werde.

Aber ich stecke im selben Vorbereitungsdilemma: Das Schreiben meiner Geistergeschichte Das Nebelschiff hat solche Freude bereitet, dass zur Weihnachtszeit eine weitere erscheinen soll, natürlich saisonal eingefärbt. Dafür muss ich sie erst einmal schreiben. Doch an Schneefall, Gänsebraten und heißen Eierpunsch zu denken ist schwerer als gedacht, wenn man selbst in Shorts rumläuft und Getränke aus dem Kühlschrank schlürft.

Vielleicht hätte ich eher damit beginnen sollen. Noch am Montag und Dienstag war das Wetter kalt und unfreundlich genug. Seit gestern ist das Thermometer wieder auf über zwanzig Grad hochgeschnellt, der Himmel ist blau, die Sonne strahlt. Da möchte ich lieber von einer Bootsfahrt auf der Elbe schreiben statt darüber, wie eine emsige Köchin bei höheren Herrschaften eine prächtig gefüllte Gans in die Bratröhre schiebt.

Mein Mann ist auch keine Hilfe. Gerade kam er vom Grünhöker wieder und brachte mir ein dickes Stück Wassermelone an den Schreibtisch und verkündete, dass es zum Mittagessen eine Bickbeerenkaltschale* gibt.

Das ist glatte Sabotage.

* Bickbeeren = Heidelbeeren. Greetings to Austria!

Das letzte Kapitel

Seit fast drei Wochen ist Frag doch das Vanilleeis auf dem Markt, und nachdem ich mich (abgesehen von der Bloggerei) ein bisschen auf den Lorbeeren ausgeruht habe, geht’s nun langsam mit neuen Projekten weiter. Für gleich drei Stories (plus eine neue Gespensterstory, die zu Weihnachten erscheinen soll) sind die ersten groben Planungen gelaufen. Eine davon wird sich auch wieder um Holger und Christoph drehen.

Eigentlich sollte ausschließlich Wodka für die Königin von diesen zwei leicht durchgeknallten Jungs erzählen, aber die sind bei den Lesern so gut angekommen, dass nur sie als Hauptfiguren in Frage kamen, als die Idee für Frag doch das Vanilleeis langsam Gestalt annahm. Auch die derzeit noch ganz profan als #3 betitelte Story kann nur von den beiden handeln. Es scheint sich da eine richtige Saga um die beiden zu entwickeln, was so nie geplant war, mich aber trotzdem freut. Denn irgendwas Positives scheinen die Jungs ja bei den Lesern auszulösen.

Trotzdem habe ich letzte Nacht das allerletzte Kapitel geschrieben, das besagte Holger & Christoph Saga irgendwann mal zum endgültigen Abschluss bringen wird.

Nein, weder plane ich a priori sieben Bände wie die Kollegin J. K. Rowling noch fürchte ich das Schicksal von Agatha Christie, die ihren Hercule Poirot schon nach dem dritten Roman so gründlich satt hatte, dass sie ihn da am liebsten selbst abgemurkst hätte, aber by popular demand für weitere dreißig Romane mit ihm gestraft war. Mein Größenwahn hält sich – hoffe ich zumindest – in Grenzen.

Trotzdem kam mir gestern Abend nach zwei Gläsern meines Lieblingsbiers („rotblond“, obergärig, Kenner werden den richtigen Schluss ziehen) dieser Gedanke: Wenn Holger und Christoph als „meine literarischen Kinder“ nun scheinbar noch eine ganze Weile in meiner Obhut bleiben, dann möchte ich größeres Bild dessen haben, was den beiden noch alles so passieren kann und wird. Zumindest erst einmal nur für mich.

Ich stelle es mir wie eine Sonntagspartie im Traumcabrio vor: Mal geht es in die eine Richtung, mal in die andere, manchmal nimmt man absichtlich einen Umweg und manchmal verfährt man sich unabsichtlich, aber dafür ganz gewaltig. Aber es macht unheimlichen Spaß, wieder auf den rechten Weg zurückzufinden. Und irgendwann ist die Fahrt von A nach B dann zu Ende.

Genauso soll es Holger und Christoph ergehen. Der Wodka und das Vanilleeis ergeben zusammengenommen quasi den Ausgangspunkt A, das in der vergangenen Nacht geschriebene letzte Kapitel wird das Ziel, Punkt B sein. Was dazwischen kommt? Bleiben sie in Norddeutschland? Verschlägt es sie woanders hin? Welche Typen kreuzen noch ihren Lebensweg? Irgendwann wird die Reise von A nach B jedenfalls zu Ende sein. Was in der Zwischenzeit passiert? Ich habe da schon ein paar vage Ahnungen, aber insgesamt muss ich mich im Moment noch genau so überraschen lassen wie die Leser…

Die Agonie des Schreiberlings

Eine Woche ist vorüber.

Seit einer Woche ist mein neues Buch Frag doch das Vanilleeis im Handel. Es hat richtig gut begonnen. Glückwünsche zum Start sind ebenso eingegangen wie die ersten positiven Lesermeinungen, für die ich mich genauso von Herzen bedanke wie für die konstruktive Kritik.

Aber bei jeder Buchveröffentlichung ist da auch während der ersten ein, zwei Wochen diese merkwürdige Phase… Für gewöhnlich ist sie sehr kurz, aber solange sie andauert nervt sie, und zwar richtig!

Das Buch ist also nicht nur fertig, es ist auch „offiziell abgenommen“ und zum Vertrieb freigegeben worden. Im Grunde könnte man sich langsam auf das nächste Werk stürzen. Aber dann ist da plötzlich dieses Gefühl, alle Kreativitäts- und Ideenvorräte mit diesem letzten, gerade veröffentlichten Buch völlig aufgebraucht zu haben. Obwohl es völliger Quatsch ist, lebt man in der festen Überzeugung, nie wieder ein weiteres Wort zu Papier zu bringen.

Ihr glaubt gar nicht, wie froh ich sein werde, wenn das vorbei ist.

So in etwa in einer Woche. Vielleicht auch in zwei. Ich hab da nämlich schon eine Idee, was ich als nächstes schrei…

Sorry, muss aufhören – mein Laptop ruft. Auf ein Neues!

Über den Tellerrand geschaut (3)

Fundstücke aus anderen Blogs – Heute: Blogparade – Die besten Hamburg-Tips

Im Blog Typisch Hamburch wurde zu einer Blogparade eingeladen. Ein Katalog von zehn Fragen zu Hamburg soll dabei durch soviele Blogs wie möglich wandern. Da mach‘ ich gerne mit:

1. Wo gibt es das beste Fischbrötchen Hamburgs?

Da habe ich gar keinen Favoriten, der aus allen heraussticht. In der einen Lokalität schmeckt das Brötchen mit Backfisch am besten, in der anderen das  Matjesbrötchen, und wiederum woanders das mit den Bismarckheringen. Kommt halt auch drauf an, worauf man grade Lust hat. Eins kann ich aber mit Bestimmtheit sagen: Er kommt zwar ohne Brötchen daher, dafür aber mit Labskaus dazu – der Gabelrollmops in den Krameramtsstuben am Michel ist genial.

2. In welchem Hamburger Club steigen die coolsten Parties?

O-haue-ha… Schon bei Frage zwei bin ich auf bestem Weg, die Teilnahme an dieser Blogparade komplett zu versauen. Ich bin überhaupt kein Clubgänger. Abendliche Unterhaltung genieße ich am liebsten bei Veranstaltungen wie einem Besuch in meinem Lieblingstheater oder bei Autorenlesungen in Buchhandlungen wie Boysen & Mauke an der Großen Johannisstraße. Aber wenn’s unbedingt eine Location sein soll, die als Club durchgehen kann, dann ist es das Blohm + Voss-Dock, das neben Schiffen auch einem (Jazz-)Club Raum bietet. Zwar nur gelegentlich im Rahmen des Elb Jazz Festivals, aber immerhin.

3. Von wo hat man den besten Blick auf die Alster?

Eigentlich auf dem gesamten Weg rund um die Außenalster. Das sich durch die diversen Bäume, Sträucher und andere Blickfänge immer wieder verändernde Bild wirkt, als würde man von einem lebensgroßen Diorama Hamburger Ansichten zum anderen gehen. Mal sieht man moderne Neubauten, mal Harvestehuder Villen in Uferlage, mal die Türme der Hauptkirchen. Wer auf seinen Alsterrundgang eine gute Spiegelreflexkamera mitnimmt, bekommt seinen 32-GB-Speicherchip spielend an einem Tag voll. Ich hab’s schon mal geschafft…

1. Reihe: Blick von Brücke 3 der Landungsbrücken 2. Reihe: Alsterpanoramen 3. Reihe: Krameramtsstuben 4. Planten un Blomen

1. Reihe: Blick von Brücke 3 der Landungsbrücken
2. Reihe: Alsterpanoramen
3. Reihe: Krameramtsstuben
4. Reihe: Planten un Blomen

 

4. In welchem Park chillt ihr am liebsten?

Da habe ich zwei Lieblinge:

  1. Bei Planten un Blomen, am liebsten im Japanischen Garten der Anlage. Auf einer der Bänke mit Blick auf das japanische Teehaus sind viele Ideen zu meinen Büchern Frag doch das VanilleeisRat mal, wer das Essen kocht und Rummelpott in ersten Skizzen niedergeschrieben worden, eben weil ich so herrlich entspannt war und den Kopf dafür frei hatte.
  2. Parkfriedhof Ohlsdorf. Einer meiner absoluten Lieblingsflecken Erde in Hamburg.  Besonders der Garten der Frauen hat es mir hier angetan. Auch ein friedlicher, kraftspendender Ort, wenn man mal einen meditativen Rückzugsort braucht, um ein paar Herzens- und Seelendinge mit sich selber abzumachen.

5. In welcher Hamburger Kneipe gibt es die geilsten Club-Konzerte?

Auch hier bin ich eher außen vor – ich mag gerne gesellige Abende in schicken Locations… pardon, Lokalen. Aber dann mit unaufdringlicher, kaum wahrnehmbarer Musik im Hintergrund oder vielleicht sogar gar keiner, wodurch die Atmosphäre viel mehr Platz für gute Gespräche mit spannenden Menschen lässt. Hier ist mein Favorit das Café Paris beim Rathaus.

6. Wo kann man in Hamburg am besten shoppen gehen?

Kommt drauf an, worauf man Wert legt. Für Filialisten wie Abercrombie & Fitch bleibt man am besten im Dunstkreis der Mönckebergstraße und des Hanseviertels. Die tollsten individuellen und inhabergeführten Läden habe ich am Eppendorfer Weg, an der Hegestraße in Hoheluft und an diversen Ecken in Ottensen gefunden. Ich empfehle den Einkauf abseits der Filialisten. In den individuellen Läden findet man die bessere Ware, das bessere Ambiente, das spannendere Einkaufserlebnis und das Wissen, wirklich in Hamburg zu sein, was einem bei der langweiligen Uniformität der Filialisten gerne mal verlorengeht. Außerdem sollte der Gentrifizierung durch die Großkonzerne Einhalt geboten werden.

7. Welches Hamburger Event darf man auf keinen Fall verpassen?

Von den jährlichen Events ist die Theaternacht mein Favorit – spannender Blick hinter die Kulissen aller teilnehmenden Theater, Ausblicke auf das, was in der nächsten Zeit auf die Bühnen kommt und spannende Begegnungen mit Leuten aus allen Bereichen vor und hinter den Kulissen. Am 13. September ist es wieder soweit!

Alle zwei Jahre findet zudem das Kreuzfahrtschifffestival Cruise Days statt. Zum Rahmenprogramm gehört stets die Kunstinstallation Blue Port. Bei Einbruch der Dämmerung wird das gesamte Hafenpanorama in ein faszinierendes blaues Licht getaucht, was faszinierende Ansichten eines Panoramas erlaubt, das man zu kennen glaubte und nunmehr doch ganz neu entdeckt.

8. Wo in Hamburg lässt es sich im Sommer am besten baden?

Im Freibad Stadtparksee. Es ist irre cool, wenn im selben Wasser, in dem man selber plantscht, plötzlich ein Alsterdampfer vorbeituckert (natürlich ist man durch eine Absperrung geschützt). Der Blick aufs Planetarium ist ebenfalls sensationell.

9. Wo ist der beste Platz mit Blick auf den Hamburger Hafen?

Da habe ich gleich vier Favoriten:

  1. Auf dem Oberdeck von Brücke 3 der St. Pauli Landungsbrücken
  2. Auf dem Sonnendeck einer Hafenfähre der Linie 62.
  3. Von der Aussichtsterrasse über der Hochbahn-/S-Bahn-Station Landungsbrücken auf dem Stintfang.
  4. Auf dem Dach des Dockland.

Für den nächsten Heimatbesuch in Hamburg Anfang 2017 ist zudem die Begutachtung der Plaza auf dm alten Kaispeicher der Elbphilharmonie geplant. Bericht folgt….

10. Warum ist Hamburg für Euch die schönste Stadt der Welt?

Schon mal versucht, Liebe zu erklären? Um es mit der NDR Radiocomedy-Ikone Stefanie Prigge zu sagen: „Es is‘ ja, wie’s is‘!“

Mehr Hamburg-Impressionen wie Reiseberichte und Momentaufnahmen aus der Hansestadt sind hier zu finden.

Frag doch das Vanilleeis!

1. August 2014!

Nun ist es also soweit! Offizieller Verkaufsstart für meinen neuen Roman Frag doch das Vanilleeis. Ab sofort ist es als Printausgabe im regulären Buchhandel (es ist ja bekannt, wie wichtig ich shop local finde) erhältlich – wenn’s mal nicht vorrätig ist, wird es euch gerne bestellt. Natürlich ist es auch bei allen gängigen Online-Portalen zu beziehen.

Und auch die Freunde von eBook dürfen sich freuen – selbstverständlich ist Frag doch das Vanilleeis auch für alle gängigen Reader verfügbar – bis Mitte September übrigens zum Aktionspreis von 2,49 Euro! Schnell sein lohnt sich also.

Holger und Christoph sind zurück!

Für alle Freunde und Leser, welche die Vorankündigung vielleicht versäumt haben: Holger und Christoph aus meinem Roman Wodka für die Königin scheinen ganz besonderen Eindruck hinterlassen zu haben, und darum erfülle ich allen Fans der beiden natürlich gerne den Wunsch nach einem neuen Abenteuer mit den beiden.

Und was erleben die beiden?

Es heißt, dass beide Hälften eines Paares sich immer ähnlicher werden, je mehr sie zusammen sind. Bei Holger und Christoph scheint da ein klitzeklein wenig schiefgelaufen zu sein. Dadurch gerät das Leben der beiden ziemlich durcheinander, und als auch noch Holgers Hund Charly sich ein paar unschöne Eigenheiten angewöhnt, muss Holger auch noch so etwas ähnliches wie eine Straftat vertuschen…

Was bleibt noch zu sagen?

Nicht viel – nur bannig lieben Dank an alle Leser für den Support in den letzten Jahren. Ich wünsche Ihnen und euch allen ganz, ganz viel Freude mit Frag doch das Vanilleeis – ab heute offiziell im gedruckten und elektronischen Buchhandel erhältlich!

Pressehinweis:

Kostenlose Rezensionsexemplare für Journalisten (nachgewiesener Presseausweis erforderlich!) können unter presse(at)bod(punkt)de direkt beim Verlag angefordert werden.

Über den Tellerrand geschaut (2)

Fundstücke aus anderen Blogs – Heute: Happy End erwünscht?

Bereits vorgestern wurde im Blog Libromanie in Bezug auf Bücher die Frage „Happy End erwünscht?“ gestellt.

Für mich als leidenschaftlicher Leser ist das defnitiv keine Frage, die sich pauschal mit „Ja!“ oder „Nein!“ beantworten lässt. Sie muss individuell bei jedem Buch neu aufgeworfen werden. Könnte man sich beispielsweise Han Suyins wundervolles A Many-Splendoured Thing (Alle Herrlichkeit auf Erden) mit einem Happy End vorstellen? Nicht wirklich. Manche Bücher werden gerade durch das Ausbleiben eines Happy Ends glaubwürdig und zu einer runden Sache. A Many-Splendoured Thing, übrigens eines meiner Lieblingsbücher, spielt vor dem Hintergrund des Chinesischen Bürgerkriegs 1927 – 1949. Ein Krieg fordert viele Opfer, und vor diesem Hintergrund kann die Romanze der Ich-Erzählerin, einer Halbchinesin, mit einem amerikanischen Kriegsreporter, die obendrein durch das Drama der Gebundenheit der  Erzählerin an die Traditionen ihrer Väter erschwert wird, einfach kein Happy End haben. Es wäre krampfhaft zusammenkonstruiert und vollkommen unglaubwürdig dahergekommen.

Ganz anders Rita Mae Browns Bingo: Dieser Band aus der Trilogie um die Hunsenmeir-Schestern Julia Ellen und Louise muss einfach mit einem Happy End daherkommen. Es ist ein völlig schräges Happy End, bei dem die Protagonisten mehr als eine gesellschaftliche Norm brechen, aber es passt auch einfach zu dem, was man auf der Reise vom ersten Kapitel zum Finale mit den Figuren erlebt hat, so dass auch hier das Gefühl entsteht: Es kann… darf gar nicht anders sein.

An dieser Stelle ein Zwischenruf: Was bedeutet Happy End überhaupt?

Es sollte auf keinen Fall mit einem guten Ende gleichgesetzt werden. Nehmen wir nur mal einen Krimi: Wenn der Mörder geschnappt ist, nimmt die Story sicherlich einen guten Ausgang, weil von diesem Mörder keine weiteren Opfer mehr zu erwarten sind. Aber happy ist das Ende doch auf keinen Fall. Denn da ist ja immer noch das Opfer, um das sich die Krimihandlung gedreht hat bzw. dessen Hinterbliebene. Die dürften erleichtert sein, aber ob sie happy sind, darf bezweifelt werden, denn ihr Verlust bleibt.

Zurück zur Frage – und um doch einmal kurz zu generalisieren: Wie an verschiedenen Ecken hier im Blog erwähnt bin ich ein so großer Fan von Schauergeschichten in altviktorianischer Erzählweise, dass ich mich mit meiner neulich veröffentlichen Kurzgeschichte Das Nebelschiff sogar selber (hoffentlich erfolgreich) an diesem Genre versucht habe. Was ich an Stories wie Das violette Automobil von Edith Nesbit oder Die Drehung der Schraube (auch bekannt unter den Titel Das Geheinis von Bly oder Bis zum Äußersten sowie dem Titel der Verfilmung Schloss des Schreckens mit Deborah Kerr) von Henry James so faszinierend finde, sind die Enden, die gar keine Enden sind. Irgendetwas bleibt immer offen, das den Leser einlädt, die Geschichte im Kopf selber zu Ende zu spinnen, damit er für sich selbst die Frage beantwortet bekommt: „Ist da nun wirklich etwas Übersinnliches geschehen, oder hat die Person sich das Ganze nur aufgrund nervlicher Überspanntheit eingebildet?“

Zusammengefasst also nochmal: Die Frage „Happy End erwünscht?“ kann gar nicht so allgemein beantwortet werden, wie sie gestellt ist. Zu der einen Story passt dies besser, zu der anderen jenes. Es kommt einfach ganz individuell auf das einzelne Buch an und wie sich die Geschichte darin entfaltet.

Neues Buch…

Es ist Freitag, das Wetter ist formidabel, und ihr wollt alle ins Freibad. Darum gar nicht viele Worte, sondern nur folgende kleine Ankündigung zu meinem bereits erwähnten neuen Buch:

Titel: Frag doch das Vanilleeis

Inhalt: Traumberuf? Check. Eigene vier Wände? Check. Traummann gefunden? Check. Alles in Ordnung also? Ähm – wie lautete die Frage?

Je länger ein Paar zusammen ist, desto mehr gleicht es sich aneinander an, sagt man. Es heißt auch, dass mehr Harmonie die Folge ist. Bei den beiden Nordlichtern Holger und Christoph scheint da etwas schiefgelaufen sein. Gut, der Hitzkopf ist ruhiger geworden und der Ruhepol spontaner. Nur das mit der Harmonie klappt nicht mehr so ganz. Irgendwie knarrt es seit einiger Zeit im Getriebe.

Die Rückkehr eines Verflossenen der beiden und Holgers Spleen, Problemen mit Vanilleeis zu begegnen, sind keine Hilfe dabei, den Liebeskahn wieder auf Kurs zu bringen. Zudem hat sich Holgers Hund Charly ein paar Unartigkeiten angewöhnt. Rasch ist das Chaos perfekt…

Formate: Taschenbuch und eBook

Erscheinungsdatum: 1. August 2014

Schönes Wochenende!

Mein geheimer Tag

20140715-1Einmal im Jahr gönne ich mir diesen Tag. Naja, eigentlich zwei Tage. Mindestens. Wenn möglich auch mehr. Da weiß niemand außer mir Bescheid, dass ich von 00:00:00 Uhr des Starttages bis 23:59:59 Uhr des Endtages komplett aus allem aussteige und heim nach Hamburg fahre. Ich bin weg, das Handy bleibt aus, Social Media wird ignoriert, die Welt kann mich mal.

Okay, mein Mann weiß Bescheid, damit er sich nicht wundert, wo ich abgeblieben sein könnte, aber auch, damit er besorgte Gemüter beruhigen kann, die mich vergeblich suchen. Doch selbst er erfährt es erst am Abend vorher, wenn ich Bahnticket und Hotelbuchung schwenkend zu ihm komme.

Ach ja, und das Wichtigste: Auch ich selbst informiere mich immer erst kurz vorher über meine Pläne (sehr merkwürdige Gespräche sind das jedes Mal…), denn ich entscheide mich von einer Minute zur anderen aus einem Bauchgefühl heraus dazu. Und ich liebe es. Einfach mal etwas aus heiterem Himmel gegen den Strich gebürstet tun und vor allem und jedem für eine nur mir bekannte Zeitlang komplett verschwinden. Unauffindbar sein. Mich selbst schick einladen und groß ausführen. Gewähltes Alleinsein. Oder mich spontan mit meinen Hamburger Freunden treffen – die kennen mein plötzliches Auftauchen in der Stadt wie einst die Bezaubernde Jeannie bei Major Nelson schon und haben sich daran gewöhnt. Ich mache nur das, was mir gut tut. Spaß haben, Herunterkommen, mich wieder erden und ja – auch, um an einem für mich ganz wichtigen Ort ein paar „innere Angelegenheiten“ mit mir abzumachen, Weichen zu stellen.

Nach sechzehn gemeinsamen Lenzen weiß mein Mann natürlich, wie ich ticke, und als am letzten Mittwoch der Beitrag Verrückt sein erschien, ahnte er noch vor mir, dass der Geheime Tag unmittelbar bevorstand. Im Frühjahr war er für drei Monate im Krankenhaus. Medikamentenneueinstellung. Kommt bei einer chronischen Erbkrankheit öfter vor. Bekannt also, bringt den Alltag aber trotzdem ganz schön durcheinander, und der Daheimgebliebene – in diesem Fall ich – hat sich mitunter um Dinge zu kümmern, die sonst gar nicht seine Baustelle sind, damit der Patient sich in Ruhe um seine Gesundheit kümmern kann. Dafür hat mein Mann sich bei mir bedankt, indem er eines Abends zu mir kam, mir eine Schmuckkarte in die Hand drückte, deren Inhalt mir einen zusätzlichen Tag in Hamburg sponserte. Hatte sich über Monate vom „Taschengeld“, wenn man das bei Erwachsenen noch so nennen darf, abgespart. Bevor interessierte Anfragen kommen – nein, diesen Mann gebe ich nicht mehr her!

So war ich also länger als ursprünglich geplant in der Heimat an der Elbe. Ganz für mich alleine, ganz mit mir alleine. Und was soll ich sagen – ich habe es genossen! So ein richtiges Batterieauftanken und auch eine kleine Belohnung für die letzten Wochen. Diejenigen, die meinem Profil Gerrit Jan Appel – Wortgepüttscher auf Facebook folgen, haben ja schon leise Andeutungen mitbekommen, aber jetzt will ich auch hier nicht mehr den Mantel des Schweigens drüber legen:

Viele Leser scheinen besonders meine beiden „Helden“ Holger und Christoph aus Wodka für die Königin ins Herz geschlossen zu haben. Darüber freue ich mich sehr und danke ganz herzlich dafür.

Obwohl das Buch nun schon ein paar Tage auf dem Buckel hat, bekomme ich immer noch Lob und Tadel dafür, aber auch die Fragen 1.) ob es mal was Neues mit den beiden geben wird und 2.) wenn ja, wann. Hier die Antworten:

1.) Ja.

2.) Innerhalb der nächsten vier Wochen. Ich kann schon verraten, dass das Buch Frag doch das Vanilleeis heißen wird.

Weitere Infos folgen natürlich noch, aber damit die Wartezeit nicht zu lang wird, hier schon mal einen kleinen Ausschnitt sowohl vom Titelbild des Covers als auch aus dem Text:

Fortsetzung folgt!

Von der Themse an die Newa

Nach Those Who Hunt the Night und Travelling With the Dead nun meine Eindrücke zum 3. Abenteuer mit dem Oxford-Professor und Spion im Dienst Seiner Majestät a. D. James Asher und dem spanischen Vampir Don Simon Xavier Christian Morado-de la Cadena Ysidro,

Blood MaidensBlood Maidens (noch nicht in dt. Übersetzung erschienen) von Barbara Hambly

Worum geht es? Erneut wird James Asher zum Verbündeten von Don Ysidro. Dieser benötigt Hilfe, weil eine Freundin von ihm (und wie Asher vermutet: mehr als das), in St. Petersburg verschwunden ist. Ein Eindringling will scheinbar dem Meistervampir von St. Petersburg das Territorium streitig machen. Dabei stellt er sich einerseits sehr ungeschickt an: All seine neuen Zöglinge werden umittelbar nach ihrer Erschaffung wieder vernichtet. Andererseits ist er so geschickt darin, seine Spuren zu verbergen, dass selbst die ältesten Vampire St. Petersburgs und der Städte, die er auf seinem Weg in die Newa-Metropole durchkreuzt hat, trotz ihrer hochentwickelten Fähigkeiten seine Präsenz zwar spüren, doch ansonsten nichts weiter herausgefunden konnten. Wer ist dieser Eindringling mit den neuen, hochentwickelten Fähigkeiten? Was hat der Geheimdienst des auf Krieg gebürsteten deutschen Kaisers damit zu tun? Und was ist mit dem Aspekt, dass Vampire – entgegen aller bisherigen Aussagen von Don Ysidro – scheinbar doch Freundschaft und Liebe empfinden können? Während Professor Ashers Frau Lydia in St. Petersburg wieder einmal die zuverlässige Rechercheurin gibt, jagen Asher und Ysidro quer durch Europa, um über Informanten in Berlin, Prag, Köln und Warschau das düstere Rätsel zu lösen.

Welchen Eindruck hinterlässt das Buch? Ich war ziemlich skeptisch, als ich Blood Maidens kaufte, denn es hat über fünfzehn Jahre gedauert, bis Barbara Hambly sich nach zahlreichen anderen Büchern endlich dem dritten Abenteuer für das Ehepaar Asher und Don Ysidro gewidmet hat. Würde es ihr gelingen, nach so langer Zeit an die großartige Atmosphäre der beiden vorherigen Bücher anzuknüpfen? Kurzum: Ja.

Der Plot setzt unmittelbar nach dem Ende von Band 2 (Travelling With the Dead) an und beinhaltet alle Elemente, welche die beiden vorherigen Bücher so lesenswert gemacht haben: Eine Story zwischen Vampirroman und Krimi (wobei Blood Maidens eher Elemente des Spionage-Krimis à la The 39 Steps beinhaltet statt wie zuvor des Gaslight-Krimis), die sich am Ende ganz anders auflöst, als es zu Beginn den Anschein hatte. Eine Story mit vielschichtig gezeichneten Charakteren, die sich glaubwürdig weiterentwickeln. Da ist auf der einen Seite die Zerrissenheit von Asher und seiner Frau Lydia zwischen dem unbedingten Pflichtgefühl, Vampire vernichten zu müssen, und dem merkwürdigen Gefühl, zu Don Ysidro eine Verbindung zu spüren, von der sie nicht wissen, ob da eine echte, wenn auch unheimliche Freundschaft erblüht, oder ob der Vampir ihre Gefühlswelt nur über seine Kräfte manipuliert.

Auf der anderen Seite ist da Don Ysidro, der zunehmend „menschlicher“ daherkommt und fast schon sympathische Züge entwickelt, was die innere Zerrissenheit des Ehpaares Asher für den Leser nur deutlicher macht. Auch die Feinde und Freunde, mit denen das Trio in Blood Maidens zusammentrifft, sind sehr komplex und detailliert von Hambly erschaffen worden.

Dazu gelingt es ihr, den geschichtlichen, politischen und gesellschaftlichen Hintergrund der von ihr beschriebenen Epoche so perfekt recherchiert auf die Story zu übertragen, dass das St. Petersburg des Jahres 1911 in seiner ganzen Pracht und Düsternis mit allen gesellschaftlichen Details von den Armenquartieren bis zu den verschwenderischen Residenzen wiederaufersteht. Sie malt förmlich mit ihren Worten. Hier haben fünfzehn Jahre Pause keinerlei Rost an ihrer Erzählkunst angesetzt.

Doch leider hat auch ein Wehrmutstropfen überlebt: Wenn Barbara Hambly ihre Protagonisten wie die Kölner Vampirin Petronilla Ehrenberg oder auch Asher (der Deutsch angeblich so perfekt beherrscht, dass er selbst die feinen Nuancen verschiedener Stadtteile des Berliner Dialekts bis in einzelne Straßenzüge hinein unterscheiden und korrekt anwenden kann) Deutsch sprechen lässt, möchte man als deutscher Leser am liebsten in die Tischkante beißen. Hier stimmt wirklich nichts, und wieder fragt man sich: Warum hat das Lektorat nicht korrigierend eingegriffen?

Doch wenn man in diesem Punkt beide Augen ganz, ganz fest zudrücken kann, gibt es wirklich nichts an diesem Buch zu meckern.

Lesen ist Genuss – welche kulinarische Begleitung sollte es geben? Borschtsch. So rot wie Kommunismus ___, Blut ___, die immer selbe verdammte Ampel morgens auf dem Weg ins Büro ___. (Zutreffendes nach eigenem Gutdünken bitte selber ankreuzen)

Zehn Momente

1. Man schreibt das letzte Wort, setzt den letzten Punkt. Man fühlt sich großartig.

2. Man kontrolliert alles noch einmal. Man ist zufrieden.

3. Man lädt Testleser ein. Man ist gespannt.

4. Man erhält Feedback. Man freut sich über die konstruktive Kritik, schüttelt fassunglos den Kopf ob unbegründeter Verrisse, man setzt die konstruktive Kritik um und bearbeitet die entsprechenden Passagen, ändert den als nichtssagend bemängelten Titel

5. Man prüft noch einmal alles. Jetzt ist das neue Werk wirklich fertig.

6. Man reicht das Skript im Lektorat ein. Man ist nervös.

7. Man erhält das positive Feedback des Verlags. Man freut sich, das jetzt die VÖ-Maschinerie in Gang kommt.

8. Man prüft noch einmal das ganze Projekt von vorne bis hinten. Man denkt „Jetzt oder nie“ und gibt grünes Licht.

9. Man erhält die Info, dass das neue Werk für den Vertrieb freigegeben ist. Man ist erleichtert und dankbar, dass man so weit gekommen ist.

10. Man sieht sein neues kleines Bescheidenes Werk im ersten Shop gelistet, nach und nach ploppt es auch in allen anderen hoch: „Das Nebelschiff“ – eine Erzählung im Stil viktorianischer Schauergeschichten, in der ein kleiner Dieb von seiner Beutetour im Hamburger Hafen mehr mitnimmt als ihm lieb sein kann.  Als eBook auf allen gängigen Plattformen erhältlich. Man fühlt sich unbeschreiblich.

Nebelschiff - Titelbild

Europareise mit Vampiren

Zum Welttag des Buches habe ich u. a. den Roman Those Who Hunt the Night (Jagd der Vampire) von Barbara Hambly aus dem Jahr 1989 vorgestellt. Durch Zufall habe ich herausgefunden, dass Frau Hambly kürzlich nach über 20 Jahren mit Blood Maidens das dritte Abenteuer für den Oxford-Professor James Asher und den charismatischen spanischen Vampir Don Simon Xavier Christian Morado-de la Cadena Ysidro vorgelegt hat. Bestellt, am Wochenende erhalten und verschlungen. Doch bevor ich mich dazu äußere, erstmal der Lückenschluss mit Band 2:

Travelling With the Dead (Gefährten des Todes) von Barbara Hambly

Worum geht es? London, 1908. Ein Jahr ist es her, dass sich die Wege von James Asher und seiner Frau Lydia mit denen der Vampire Londons kreuzten. Durch einen Zufall kommt Asher nun erneut mit ihnen in Verbindung, denn er macht eine erschreckende Entdeckung: Der Vampir Earl of Ernchester scheint sich der Regierung eines anderen Landes angedient zu haben, das England nicht wohlgesonnen ist. Obwohl nicht mehr als Spion für die englische Krone tätig, erwachen alte Instinkte in Asher. Er folgt dem Earl sowie dessen ungarischem Begleiter über Paris und Wien bis nach Konstantinopel. Ihm zur Seite steht die Gattin des Earls, Lady Ernchester, und diesmal muss Asher sich nicht nur mit einem Vampir zusammentun, sondern auch dessen Rettung vor Unheil vorantreiben. Doch statt mit dem enigmatischen, seine Gefährlichkeit nicht verhehlenden Don Ysidro hat Asher es nun mit einer Untoten zu tun, die ihn zunehmend auch persönlich fasziniert. In London wird Don Ysidro seinerseits zu einer Allianz mit Sterblichen genötigt – durch Ashers unerschrockene Frau Lydia, die weit davon entfernt ist, ihren Mann eine unerbetene, aber umso gefährlichere Mission allein durchstehen zu lassen, weshalb sie ihm mit Don Ysidro folgt. Und auch Lydia Asher baut zu ihrem Reisegefährten eine Verbindung auf, die es eigentlich nicht geben darf. So nähern sich die vier Gestalten dem Geheimnis, das hinter der unerwarteten Reise von Lord Ernchester steckt.

Welchen Eindruck hinterlässt das Buch? Wieder verbindet Barbara Hambly Vampirroman und Gaslight-Krimi. Dass Frau Hambly ihre Protagonisten dabei nach Konstantinopel schickt, fügt der Story eine angenehm exotische Note hinzu. Zwar wählt sie als Kulissen Serails und Hamams, doch die Atmosphäre gleitet nicht in die Märchen aus 1001 Nacht ab, sondern entspricht ganz dem, was man über das beginnende 20. Jahrhundert gelesen und gehört hat. Eine Zeit, zu der sich die Diplomaten von Orient und Okzident zu prachtvollen Bällen trafen und unter dem Vorwand diskreter Salonplaudereien politische Schachzüge wie den Bau der Bagdadbahn planten, während die mitgereisten Gattinnen sich bei Musik und Tanz vergnügten.

Generell ist die Geschichte gelungen, trotzdem hakt es an einigen Stellen gewaltig. In Those Who Hunt the Night hat Barbara Hambly ihren James Asher als gewieften Spion vorgestellt, dessen größte Stärke seine polyglotte Ader ist. Genau das wird ihm jetzt zum Verhängnis: Besonders die in Wien spielenden Kapitel sind bisweilen eine Qual. Hambly lässt Asher Deutsch sprechen. Fließend, wie sie behauptet, und sogar so gewandt in den Dialekten, dass er einzelne Stadtteile der großen Metropolen voneinander unterscheiden kann. Doch in Wahrheit ist sein Deutsch so grauenhaft, dass es das Bild des polyglotten Chamäleon-Spions auf fatale Weise demontiert. Falsche Anreden und Sachbezeichnungen (z. B. „Herr Oberhaupt“ statt „Herr Oberhauptmann“, man spricht „hoche Deutsch“ statt „Hochdeutsch“ etc.), falsche Anwendung der Umlaute (das eine zentrale Rolle spielende Sanatorium Frühlingszeit wird beharrlich Fruhlingzeit genannt) und vieles mehr. Mein Lieblingswort, das alle Schrecken dieses Sprachgemetzels zusammengefasst hat, war Zwanzigstejahrhundert Abkuhlunggeselleschaft – die Erfindung elektrischer Kühlsysteme spielt eine wichtige Rolle im Dénouement am Ende der Geschichte. Sicherlich kann ein Autor beim Verfassen seines Manuskriptes Fehler machen, wenn er sich einer ihm nicht wirklich vertrauten Sprache bedient, das ist problemlos entschuldbar. Dass das Lektorat nicht korrigierend eingreift, hingegen nicht.

Wenn man über diese Sandkörner im Getriebe hinwegsehen kann, ist Travelling With the Dead allerdings ein durchaus spannender und lesenswerter Vampirroman.

Lesen ist Genuss – welche kulinarische Begleitung sollte es geben? Passend zur Story ein Vierstädtemenü. Londoner Entree: Leek & Potato Soup – Pariser Zwischengang: Crudités – Wiener Hauptgericht: Tafelspitz – Konstantinopel-Dessert: Şekerpare und ein heißer Mocca.