Tä-täää! Tä-täää! Tä-täää!

Gegensätze sollen sich bekanntlich anziehen. In vielen Fällen mag das sogar stimmen. Manchmal aber eben auch gar nicht.

Einmal im Jahr wird das Zusammenleben zwischen meinem Göttergatten und mir auf die Probe gestellt. Eine sehr harte. Denn wenn eins bei uns so wirklich und überhaupt nicht zusammenpasst, dann unser Clash der Naturelle: Nordisch by nature vs. rheinischer Karnevalsjeck.

Okay, ich könnte vielleicht noch damit leben, wenn mein Mann sich am Rosenmontag lediglich die Umzüge und vielleicht noch die große Fernsehsitzung anschaute. Tut er aber nicht. Seit über einer Woche grast er sämtliche Sender ab und schaut alle… im Ernst: ALLE… Karnevalssendungen von Dokus über die tollsten Büttenreden, Fastnachtshitparaden und was weiß ich nicht alles bis hin zu uralten Mainz bleibt Mainz-Sitzungen in schwarz-weiß.

Damit nicht genug. Wenn die Glotze mal nicht läuft, besingt mein Mann höchstselbst den Karneval. Am Rosenmontag bin ich geboren (was mitnichten der Wahrheit entspricht, meines Wissens hat es noch nie einen Rosenmontag im Mai gegeben), Heidewitzka, Herr Kapitän und so weiter. Spontanes Ausbrechen in Gesang ohne ersichtlichen Anlass und ohne die Handlung weiterzutragen – ich komme mir langsam vor wie in so einem verdammten Scheiß-Musical!

Ehrlich, dieses Karnevalsgetue macht mich ganz bregenklöterig.* Gestern beim Kochen habe ich plötzlich, ohne dass ich etwas dagegen tun konnte, eine Handvoll Fusilli für den Nudelsalat nicht in das kochende Wasser fallen lassen, sondern mitten in die Küche geschmissen und dabei völlig zusammenhanglos „Kamelle! De Prinz kütt!“ gerufen.

Himmel, was bin ich froh, dass morgen Aschermittwoch ist.

 

* bregenklöterig: plattdeutsch für verrückt, nicht ganz klar im Kopf

 

 


Hinweis: Die Titelgraphik dieses Beitrags stammt aus dem Pool frei verwendbarer Bilder von Pixabay und befindet sich unter dem Vermerk CC0 der Creative Commons in der Public Domain.

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