30 Songs, die einfach zum Leben gehören

Ist das Wetter dieser Tage nicht einfach herrlich? Natürliches Licht im Übermaß und Temperaturen, wie sie schöner nicht sein könnten. Heute Morgen war ich schon um fünf Uhr zum Sport, und anschließend habe ich mein Frühstück auf dem Balkon genossen.

Zum Schreiben ist es inzwischen allerdings viel zu warm, also mache ich es mir einfach. In den Social Networks spukt mal wieder eine „Challenge“ herum, und weil die wirklich wenig Arbeit macht, muss sie heute als Thema herhalten.

Es ist ganz leicht.

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Erwischt!

OLYMPUS DIGITAL CAMERAManchmal möchte man so gerne versinken. In den smaragdrünen Augen des Fremden, der einem in der Straßenbahn gegenübersitzt. In einem heißen Schaumbad nach einem langen Tag. Im neuen spannenden Krimi, obwohl man genau weiß, dass man eigentlich eine ganzen Korb voll Hemden zu bügeln hätte. Oder einfach im Boden, weil einem etwas so richtig peinlich ist.

Gestern Abend traf letzteres zu. Ich war nämlich gerade dabei, mein Guilty Pleasure zu genießen – also jenes kleine Geheimvergnügen, das man mit allen Mitteln vor der Welt verbirgt -, als meine Nachbarin klingelte. Alles durfte sie mitkriegen, nur das nicht. Also schnell den Verstärker der Stereoanlage ausgeschaltet, der CD-Player konnte auch stumm weiterlaufen. Leider muss ich in der Hektik den Knopf wohl versehentlich zweimal gedrückt haben, denn kaum hatte ich der Nachbarin die Tür geöffnet, waren diese zehn Sekunden vorüber, die das System des Verstärkers braucht, um wieder hochzufahren, und meine Nachbarin hörte, wie das Wohnzimmer mit der Stimme von Audrey Landers erfüllt wurde. Audrey Landers!!! Ich spürte, wie ich puterrot wurde.

Als die Nachbarin zehn Minuten später wieder weg war, kam ich mir ziemlich albern vor. Gut, Frau Landers‘ Songmaterial bei Ariola war ziemlich übel, weil quasi deutscher Schlager mit englischen Texten (nur das eine Album auf WEA – und genau das hatte ich gehört – war annehmbarer 80er-Jahre-Pop, weil von den selben Produzenten zusammengestellt, mit denen damals auch Jennifer Rush arbeitete). Und wenn sie live auftrat, hampelte sie wie eine Marionette aus der Augsburger Puppenkiste. Aber sie war im Gegensatz zu anderen Soap-Sternchen aus Dallas und Denver, die vors Mikrophon gezerrt wurde, die einzige, die wirklich singen konnte, und ich mag ihre Stimme heute noch, dreißig Jahre später.

Trotzdem hat es immer irgendetwas Anrüchiges, wenn man zugibt, Frau Landers zu hören. So wie alle Guilty Pleasures etwas Anrüchiges haben. Aber warum eigentlich? Für gewöhnlich sind sie doch ganz harmlos. Zum Beispiel kiloweise Dominosteine von Weihnachten bunkern, um sie auch im Sommer genießen zu können (Bevor böse Gerüchte aufkommen: Nein, das ist keins meiner Guilty Pleasures, ich mag das ganze Weihnachtsgedöns überhaupt nicht!). Jemand anders zeichnet seit Beginn an alle Folgen von Reich und schön auf (DITO!!!!). Alles ganz harmlos, und trotzdem wird es so geheim wie möglich gehalten.

Wahrscheinlich ist es der Reiz, etwas zu tun, das vielleicht nicht verboten ist, aber das zumindest nicht von jedermann goutiert wird. Diese Verlockung, gegen Regeln zu verstoßen, und seien es nur die des guten Geschmacks. Dazu der Reiz, möglicherweise dabei erwischt zu werden. Und jedesmal, wenn wir unser geheimes Vernügen unbemerkt durchgezogen haben, ist da auch ein Triumph wie beim Juwelendieb, der die Polizei überlistet hat.

Irgendwie macht das doch Spaß, also tun wir es – bis wir erwischt werden. Dann ist es uns erstmal entsetzlich unangenehm. Hinzu kommt eine gewisse Enttäuschung, denn plötzlich ist das geheime Vergnügen kein geheimes Vergnügen mehr, weil es jetzt einen Mitwisser gibt. Das Guilty hat sein Pleasure verloren.

Genauso ging’s mir gestern auch. Obwohl noch acht Lieder auf dem Album von Frau Landers übrig waren, hatte ich plötzlich gar keine Lust mehr, es zu Ende zu hören.

Aber ich habe mir gleich Gedanken gemacht, welche musikalischen Jugendsünden es noch gibt, die ich für gewöhnlich unter strengstem Verschluss halte. Bin auch prompt fündig geworden.

Was es ist?

Verrat ich nicht.

Mein fantastischer Superheldenname

Superheld1aInsgesamt sind Social Networks schon ganz okay. Ich hab‘ sie durchaus zu schätzen gelernt, unter anderem als schnelle Kommunikation mit Leuten, die einfach zu weit entfernt wohnen, um sich „mal eben“ mit ihnen auf einen Kaffee zu treffen.  Bei einer lieben Freundin in Panama City/Florida ist das ein Ding der Unmöglichkeit.

Auch zur schnellen Unterhaltung und/oder Information zwischendurch sind sie durchaus geeignet – als Fan von Ralph Ruthe freue ich mich über jeden neu geposteten Comic ebenso wie über die Ankündigung von Album- oder Buchveröffentlichungen meiner Lieblinge.

Doch keine Suppe ohne Haar darin. Was mich im bekanntesten aller Social Networks bisweilen nervt, sind diese kleine Spielchen à la „Welche Weihnachtselfe bist du?“, „Entdecke deinen Drag Queen-Namen“ oder „Welcher Hobbit bist du?“, die wie ein Kettenbrief verbreitet werden. Zu sehen ist ein buntes Bildchen, auf dem ein kleines Figürchen abgebildet ist, welches das gesuchte Wesen darstellen soll. Nun soll man den ersten Buchstaben seines Vornamens mit seinem Geburtsmonat (o. ä.) kombinieren und mit zwei entsprechenden Listen auf besagtem Bildchen vergleichen. Bei der Suche nach der Weihnachtselfe kommt dann etwas heraus wie „Gingerbread Sugar-Socks“, zu deutsch: „Lebkuchen Zuckersöcken.“ Dabei hasse ich Lebkuchen!

Als diese Spielchen in ihren unzähligen Varianten aufkamen, waren sie durchaus witzig – wie alles, was neu ist. Aber dann wurde es zunehmend absurder: „Wie lautete dein Name, wenn du ein Cocktail wärst?“ (Grapefruity Paradise Punch.)

Oder: „Was wäre dein Name als Rose?“ Das wusste ja nicht mal Umberto Eco!

Das mit Abstand blödeste Spiel ist mir gestern  untergekommen: „Wie lautet dein Superheld-Name“ – wow, wer wollte noch nie die Welt retten, so als Grüner Blitz  oder als Silberner Pfeil im superheldenmäßig super sitzenden Superheldenanzug nebst passendem Umhang und nicht etwa singend per selbstmitleidiger Betroffenheitslyrik à la Tim Bendzko?

Aus purer Neugier habe ich mitgemacht. Was sind die Anforderungen? „1: Die Farbe der Hose, die du gerade trägst. 2: Der Gegenstand rechts von dir.“

Toll.

Ich bin das Graue Akkuladegerät.

Nachtrag am 12.06.2014: Passend zum Beginn der Fußball-WM ist natürlich auch ein Spiel „Wie lautet dein Samba-Name“ aufgetaucht. Demnach heiße ich Ritmo Waka Waka de la Handetasche. Was macht man mit so einem Namen? Kriegt man dann eine eigene Dokusoap, oder tritt man 2015 für Köln beim Eurovision Song Contest an…? 😉